Publikationen | Ausstellungen

Publikationen | Ausstellungen

Hier finden Sie eine Auswahl an Veröffentlichungen sowie Hinweise auf zwei Ausstellungen. Es handelt sich um Bücher und Studien von Imbuto e.V. sowie Werke, an denen Mitglieder von Imbuto beteiligt sind.

Für die meisten Bücher, Artikel und Beiträge sind keine Honorare gezahlt worden. Das persönliche Engagement, analytisch und konstruktiv zu den Themen beizutragen, war ausschlaggebend. Dafür bedankt sich Imbuto e.V.

Wir freuen uns, wenn Ihnen die Bereitstellung dieser Arbeiten etwas wert ist. Spenden Sie gerne so viel, wie sie Ihnen wert sind: Spendenkonto.

Unsere Imbuto-Bibliothek umfasst ca. 600 Bücher, besonders zur Region der Großen Seen im Herzen Afrikas, in Deutsch, Englisch, Französisch und in Kinyarwanda.
Zudem gibt es Zeitzeugenberichte, Belletristik und Sachbücher.
Wenn wir wieder Kapazitäten haben, lassen wir Sie gerne reinschauen.

Einblicke:

Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? | Gesellschaftliche Teilhabe von zugewanderten Personen | Talente fördern und Zukunft gestalten!

Imbuto e.V. Fronhausen 2017, 35 S.

Die Situation von vor kurzem zugewanderten Personen aus den Ländern des globalen Südens in Deutschland ist durch zahlreiche Faktoren und Bedingungen gekennzeichnet.

Alle bringen viel „Gepäck“ und ihre Geschichte mit und haben sehr große Hoffnungen, hier eine neue Heimat zu finden.

Die Studie von Imbuto e.V. „Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin?“ zeigt den Rahmen auf, in dem Migration und Flucht weltweit stattfinden. Sie analysiert die Situation von Personen, die ihre Herkunftsregion verlassen.

Unsere Studie analysiert Migrationsbewegungen und die Einwanderung nach Europa. Die Ursachen von Flucht und heutige Fluchtwege werden benannt wie auch die Folgen für die Menschen.

Das Ankommen von Menschen an fremden Orten, ihre Hoffnungen, Hindernisse, sozio-kulturelle Bedingungen und Erfahrungen, die sie mitbringen, werden thematisiert. Es wird aufgezeigt, wie Integration gestaltet werden könnte, um zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und damit zu einem guten Leben beizutragen. Mythen und Wirklichkeiten werden benannt. Es gibt viele Angebote der Integration in die Gesellschaft in Deutschland, aber sehr oft fehlt etwas: Es sind Flüchtlinge gekommen, und dann haben wir festgestellt, dass es Menschen sind.

Zur Studie: Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? …

Die Studie wurde 2017 öffentlich im Landkreis Marburg-Biedenkopf vorgestellt, zur Veranstaltung.

L’interculturalité – une opportunité pour mieux vivre ensemble au Maroc | Rapport de mission 2017

Im Mai 2017 haben wir in Marburg das dreitägige Seminar: „Auf der Suche nach einem besseren Leben: Demokratische Republik Kongo – Marokko – Rwanda“ durchgeführt.
Emmanuel Mbolela vom Verein ARCOM in Marokko und Imbuto e. V. vereinbaren ein gemeinsames Projekt zur Förderung von Geflüchteten aus Afrika südlich der Sahara in Marokko. Im Juli 2017 wird eine Mission vor Ort in Rabat, der Hauptstadt Marokkos, durchgeführt.

Der Bericht liegt in Französisch vor:
L’interculturalité – une opportunité pour mieux vivre ensemble au Maroc – Rapport de mission
Rapport de mission sur l’opportunité d’un Projet sur la Promotion de l’Interculturalité entre diverses Communautés vivant au Maroc.
Imbuto e.V./ H. Schürings, Rabat- Maroc – Allemagne 2017, 26 p.

Zum Bericht in Französisch

Demnächst: Auszüge aus dem Bericht siehe hier.

Auch Bäche beginnen mit einem Tropfen – Wege der Friedensförderung |
Erfahrungen und Lernen aus zwölf Jahren friedenspädagogischer und entwicklungspolitischer Arbeit.

Imbuto e.V. Fronhausen 2013, 74 S.

Das zwölfjährige Bestehen des Vereins im Jahr 2012 war Anlass, systematisch über die vergangenen Jahre nachzudenken, zu analysieren und zu bewerten, welche Ergebnisse Imbuto erreicht hat. Damit sollten die Lernprozesse von Imbuto unterstützt und mit dem Blick zurück neue Perspektiven für die zukünftige Arbeit geschaffen werden. Zwölf Jahre der Friedensförderung und Konfliktbearbeitung sowie der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit zu evaluieren, ist eine äußerst komplexe Aufgabe und dies bezüglich der Datenlage, den empirischen Methoden wie auch der Möglichkeit, Teilnehmende an den bisherigen Projekten zu erreichen. Es handelt sich um …

Es handelt sich insgesamt um 29 Vorhaben von mehreren Tagen, Wochen oder Monaten, insgesamt 230 Veranstaltungstage mit 868 Teilnehmenden, davon 56 % weiblich und 44 % männlich sowie ca. 846 Gästen bei öffentlichen Veranstaltungen. Zusätzlich wurden zwölf meist eintägige Veranstaltungen angeboten, an denen geschätzt 675 Personen teilnahmen. Dazu kommen die Leser*innen des sehr informativen Webportals, das seit zehn Jahren regelmäßig aktualisiert wird und alle Vorhaben ausführlich dokumentiert. Imbuto hat sich für einen pragmatischen Weg für die Evaluierung entschieden, der mit den begrenzten personellen und finanziellen Kapazitäten auch leistbar war.

Um möglichst objektiv zu sein, wurden externe Evaluatoren (Friedrich Hirler und Susanne Steuber) hinzugezogen, die weitgehend ehrenamtlich die Evaluierung unterstützt haben.
Die Ergebnisse sind insgesamt sehr positiv, die Themenwahl hatte sehr hohe Relevanz für die Teilnehmenden an den Aktivitäten. Die angewandten Methoden waren geeignet, die Ziele zu erreichen.
Insgesamt sind Wirkungen auf der individuellen, sozialen und gesellschaftspolitischen Ebene sowohl in Europa wie in der Region der Großen Seen zu beobachten.

Der Verein arbeitet sehr professionell und effektiv. Unter Effizienzaspekten, sind die eingesetzten Mittel sehr sorgsam verwendet worden. Etwa 95 % der Aktivitäten werden ehrenamtlich geleistet, was gleichzeitig ein hohes Risiko im Hinblick auf die Zukunft des Vereins darstellt. Bezüglich der Nachhaltigkeit werden die Lernergebnisse und Veränderungen bei den Teilnehmenden weiter genutzt, denn für viele waren diese prägend für die Persönlichkeit, die berufliche Situation und auch die sozialen Beziehungen.
Bezüglich der Zukunft des Vereins ist diese Evaluierung sehr nützlich, um sich eventuell neu zu positionieren und neue Perspektiven zu entwickeln.

Der vorliegende Bericht zeichnet die Hintergründe, die theoretischen Konzepte sowie die vielfältigen Entwicklungen der letzten zwölf Jahre nach und analysiert und bewertet die Ergebnisse der empirischen Erhebungen.
Imbuto e.V. wünscht eine interessante, spannende Lektüre. Vergessen Sie nicht, die Wertungen der Teilnehmenden im Anhang zu lesen, denn diese spiegeln die Vielfalt von Imbuto wider.

Ein besonderer Dank an Friedrich Hirler und Susanne Steuber, die fast ein Jahr lang die Erhebungen durchgeführt und ausgewertet haben.

Hildegard Schürings, Sebastian Günther und Andrea Pabst – Imbuto asbl (Ed.) |
No future without the past –  Pas d’avenir sans le passé, Marburg 2009 ||

Perspectives of democratisation and promotion of peace in the Great Lakes Region, Central Africa || Perspectives de démocratisation et de promotion de la paix dans la Région des Grands Lacs, Afrique centrale

Dokumentation des International Symposium 14.-17. August 2008, Marburg – Germany – Allemagne, Englisch, Französisch
Tectum,  2009, 229 Seiten, broschiert, ISBN 978-3-8288-9946-9

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The Great Lakes Region in Central Africa with its vast endowment of natural resources is one of the richest regions in the world.
During the last decades through massive crimes against humanity in Burundi, war and genocide in 1994 in Rwanda and longlasting wars in the eastern part of the Democratic Republic of the Congo, several million people were murdered and millions of people displaced. Rape is used as an important war strategy.

With an interdisciplinary and holistic approach, thirty internationally renowned scientists and highly profiled members of civil society analyse the causes of these conflicts and discuss ways to contribute to peace building and democratisation.


The role of international and local actors, the aims of organisations promoting human rights and of associations of women, youth and survivors were discussed. Overarching questions are: how to cope with the past, coming to justice, how to overcome trauma and ethnic stigmatisation, and how to contribute to the healing and reconciliation process.

La Région des Grands Lacs en Afrique centrale est dotée en ressources naturelles qui en font une des régions des plus riches du monde. Durant des décennies, dus aux crimes contre l’humanité au Burundi, à la guerre et au génocide 1994 au Rwanda et aux incessantes guerres en République Démocratique du Congo, plusieurs millions de personnes ont été tués et de nombreux déplacés. Le viol est une arme stratégique de ces guerres.
Par une approche multidisciplinaire et holistique, une trentaine de scientifiques internationalement renommés et d’éminents membres de la société civile analysent les causes des conflits et recherchent des perspectives pour la promotion de la paix et la démocratisation. Le rôle des acteurs internationaux et locaux, les buts des organisations des Droits de la Personne, des femmes, des jeunes et des survivants sont débattus. Le grand défi est : comment gérer le passé et rendre justice, comment surmonter la traumatisation et la stigmatisation « ethnique », comment contribuer aux processus de guérison et de réconciliation.

Rezension der Veröffentlichung des Symposiums von Eva-Maria Bruchhaus

Schürings, Hildegard & Sebastian Günther, Andrea Pabst (Ed), Imbuto & Centre for Conflict-Studies Philipps-Universität Marburg, International Symposium, No future without the past – Perspectives of democratisation and promotion of peace in the Great Lakes Region, Central Africa, 14.-17. August 2008, Marburg – Germany – Allemagne

Symposium International, Pas d’avenir sans le passé – Perspectives de démocratisation et de promotion de la paix dans la Région des Grands Lacs, Afrique, Tectum-Verlag Marburg 2009, 228 p.

Rezension
Unter diesem anspruchsvollen Titel fand im August 2008 in Marburg auf Einladung des Centre for Conflict Studies der Philipps-Universität Marburg und des Vereins Imbuto e.V. ein zweisprachiges Symposium statt, dessen Bericht jetzt in Buchform vorliegt.
Mit einem holistischen und interdisziplinären Ansatz haben 30 Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft die unterschiedlichen Bereiche des Themas beleuchtet, Geschichte, Gerichtsbarkeit, Kultur und Religion, Rolle von Kirchen und anderen Institutionen der Zivilgesellschaft, Ressourcen und Kriegswirtschaft, sowie die Rolle der internationalen Akteure.

Ähnlich wie bei anderen Veranstaltungen zur Lage in den drei behandelten Ländern – DR Kongo, Rwanda, Burundi – lag der Schwerpunkt auf dem Genozid in Rwanda, seine Gründe und seine Folgen, der die nicht minder schwerwiegenden gewalttätigen Auseinandersetzungen in den Nachbarländern immer wieder zu überschatten droht. Trotzdem gelang es, die lokalen Ereignisse in den regionalen Kontext einzubetten und die in allen drei Ländern ausgeprägten Merkmale der Entwicklung aufzuzeigen, zunehmende Ethnisierung der Identitäten und Konflikte, aber auch die Ansätze zu ihrer Überwindung; die Rolle von Mythen, die der Gewalt und dem Gemetzel einen tieferen Sinn verleihen sollen und zu Ideologien hochstilisiert werden; die Schwierigkeiten der Erinnerungsarbeit – die oft in einen „clash of memories“ münden – und die Anerkennung der jeweiligen Anteile am Geschehen. Wiederholt wurde darauf hingewiesen, dass das Vergangene nicht ungeschehen gemacht werden, aber seine Bedeutung nicht endgültig festgeschrieben werden kann, sondern als „reconstructive recovery of the past“ gesehen werden muss.

Neben wissenschaftlichen Beiträgen wie dem weit ausholenden Einführungsvortrag von René Lemarchand stehen sehr persönliche Berichte von direkt Betroffenen, zum Beispiel Esther Mujawayo, Gründerin der rwandischen Opferorganisation AVEGA (Association des Veuves du Génocide d’Avril/ Agahozo), sowie Darstellungen von Initiativen zur Überwindung der Antagonismen und zur Versöhnung, die sich vor allem an die Jugend wenden.
Tatsächlich erscheint bemerkenswert, dass unter den ca. 100 Teilnehmer*innen an der Tagung ein erstaunlich hoher Anteil an Jugendlichen auch aus den betroffenen Ländern und hier vor allem aus Rwanda steht, ein Verdienst des Vereins Imbuto, der sich die Einbeziehung und Responsabilisierung der jungen Generation zur Aufgabe gemacht und mit den Jugendlichen im Vorfeld einen eigenen Workshop durchgeführt hat. Auch die Student*innen der Philipps-Universität haben sich aktiv und engagiert bei Vorbereitung, Durchführung und Berichterstattung eingebracht.

Wie bei einem Tagungsbericht nicht anders zu erwarten, sind die Beiträge unterschiedlicher Qualität, und manche Themen unterbelichtet. Das trifft vor allem auf die Wirtschaft der Länder in einer globalisierten Welt zu, die nicht nur durch die Plünderung der Bodenschätze und dem massiven Einstieg Chinas in die Region geprägt ist. Bedauerlich ist auch, dass es – aus finanziellen und Zeitzwängen – nicht möglich war, eine durchgehende Zweisprachigkeit sicherzustellen.
Darüber hinaus lässt die kompakte und trotz mehrseitiger Inhaltsangabe nicht sehr übersichtliche Präsentation keinen schnellen Überblick zu. Positiv ist zu bewerten, dass die Ausführungen oft durch Karten, Grafiken und Fotos an Anschaulichkeit gewinnen und zahlreiche bibliografische Hinweise eine weitergehende Beschäftigung mit den behandelten Themen ermöglichen.

Insgesamt ist die Lektüre allen zu empfehlen, die sich auf die eine oder andere Art mit der Region und speziell mit ihren zukünftigen Entwicklungen vor dem Hintergrund einer gewaltgeprägten Vergangenheit und Gegenwart beschäftigen.
Bleibt zu wünschen, dass der Band auch den Weg zu interessierten Leser*innen in den drei behandelten Ländern findet.
Eva-Maria Bruchhaus 2009

Hier können Sie in Deutsch die Konzeption, Inhalte und den Prozess der Vor-, Nachbereitung sowie Durchführungs des Symposiums nachlesen – Wege zum Frieden.

Dossier: Wiederaufbau in Ruanda

Herausgeber*innen: Konrad Melchers, Hildegard Schürings
Autoren und Autorinnen, international: Politiker*innen, Wissenschaftler*innen, Zivilgesellschaft, Imbuto e.V.
  • Eugène-Richard Gasana: Ruandas erfolgreicher Wiederaufbau, Sicherheit, starke Regierung, internationale Anerkennung
  • Esther Mujawayo: Dem Leben neuen Sinn geben – AVEGA, der Clan der Witwen
  • Uschi Eid: Unfassbares Versagen – Die Rolle der internationalen Gemeinschaft beim Völkermord
  • Harald Ganns: Deutsche Doppelstrategie – Die Rolle der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren nach 1994
  • André Guichaoua: Von einem Totalitarismus zum nächsten – Politische Transition auf ruandische Art
  • Hildegard Schürings: Identitätsfalle: „Ethnische“ Zugehörigkeit als zentrales Kriterium für den Platz in der Gesellschaft
  • Colette Braeckman: Große Ambitionen – Ruandas regionale Interessen
  • Hildegard Schürings: Gacaca – Wege zu Gerechtigkeit und Versöhnung?
  • Joseph Ngarambe: Mühlen der Justiz – Der internationale Strafgerichtshof für Ruanda in Arusha, Tanzania
  • Kathrin Groninger: Psychosoziale Unterstützung der Zeugen
  • Johanna Janusch, Sang-Min Park, Hildegard Schürings: Fragen über Fragen – Imbuto, Versöhnungsarbeit mit Jugendlichen
  • Sebastian Günther: Weiterhin beklagenswert – Auf und Ab der Menschenrechte
  • Chronologie, Medienspiegel.

Dossier: eins Entwicklungspolitik 2007

Gegen eine Spende können Sie ein Original des Dossiers beziehen.
Zahlungsmodalitäten: Bitte überweisen Sie den Betrag im Voraus.
Pro Exemplar Euro 6,00 oder mehr, incl. Versand in Deutschland: Spendenkonto. Bitte Adresse angeben.

Auf der Suche nach der verlorenen Heimat

Johanna Janusch, Imbuto e.V., hat u. a. am Begegnungsprogramm 2005 in Rwanda teilgenommen, hier ihr Artikel „Auf der Suche nach der verlorenen Heimat“ in: „Injektion“, Campusmagazin, Nr. 2, Universität Hamburg, Sommer 2006 „Trauma im Gepäck“ 

Das Programm: Voneinander lernen | Apprendre des uns et des autres | Learning from experiences | Internationale Begegnungen in Rwanda 2005.

Frieden ist die Zeit, in der alle moralisch handeln

so stellten Jugendliche aus Rwanda fest, die im August 2004 auf einem Seminar in der Ardèche, Frankreich, über „Frieden und Versöhnung“ diskutierten, zehn Jahre nach dem Genozid und den Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Rwanda. 1994 wurden etwa 800.000 Menschen meist von Jugendmilizen und Militär ermordet, mehrere Millionen flüchteten in Nachbarländer.
Das gesamte gesellschaftliche, politische, ökonomische und soziale System war zerstört. Die Ideologen und Befehlsgeber waren Politiker, Intellektuelle und Militärs, die Ausführenden meist Milizen, junge Menschen mit geringer Schulbildung, die ohne Arbeit, ohne Perspektiven, hoffnungslos waren, viele lebten seit vielen Jahren in Lagern für Vertriebene.

Der Artikel ist leicht verändert erschienen in „Entwicklungspolitik“, 1-2/ 2005, S. 33-36

Noch keine Versöhnung – Vor zehn Jahren: Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Ruanda

1994 erlangte Ruanda traurige Berühmtheit: Von April bis Juni fanden der Genozid gegen die Bevölkerungsgruppe der Tutsi und schwere Verbrechen gegen die Menschlichkeit an den Bevölkerungsgruppen der Hutu und Twa statt. Nach Schätzungen der ruandischen Regierung wurden etwa eine Million Menschen ermordet, die meisten mit der Machete und mit Nägeln bespickten Stöcken.
Das Morden machte nicht vor engsten menschlichen Bindungen halt: Jugendliche ermordeten ihre Lehrer und Freunde, Nachbarn ihre Nachbarn, Männer ihre Ehefrau, Kinder ihre Mutter, Milizen und Militär vernichteten ganze Familien.
Und der Völkermord fand vor laufenden Kameras der westlichen Fernsehsender statt, die Bilder erreichten die gesamte Welt. Dennoch schwieg die Welt.
Wie konnte es dazu kommen? Ruanda galt als Musterland der Entwicklung und genoss auch von deutscher Seite umfangreiche Unterstützung. Oft wird die Ursache einem genozidären Projekt einer Bevölkerungsgruppe zugeschrieben oder der Volkswut über die Ermordung ihres Präsidenten. Das ist zu einfach. Eine Vielzahl von politischen, wirtschaftlichen, sozialen und geschichtlichen Faktoren hat dazu beigetragen, dass die ruandische Gesellschaft das Schlimmste erlebt hat, was man sich vorstellen kann.

Hildegard Schürings, Noch keine Versöhnung – Vor zehn Jahren: Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Ruanda in: Zeitschrift Entwicklungspolitik 7/2004



Rwanda – 10 ans après – Quel avenir pour la jeunesse ?

Quand on arrive dans ce beau pays, le Rwanda, on a de la peine à s’imaginer ce qui s’est passé, il y a dix ans. La capitale Kigali vit à son rythme accéléré, une ville avec une population très jeune. De nombreuses villas des riches à côté des habitations très pauvres, la verdure splendide des collines, mais une pauvreté accrue à la campagne. On se pose de nombreuses questions, comment on vit ensemble après de telles horreurs? Et surtout comment vivent les jeunes, 10 ans après le génocide et les crimes contre l’humanité ?

Paru dans : Passerelles“ , Belgien, No 44, Juin 2004
www.asmae.org



Wie kann ich über etwas sprechen, für das man keine Worte hat?

In Europa leben viele Menschen im Exil, die 1994 während des Genozids aus Rwanda geflüchtet sind. Die Kinder von damals sind inzwischen Jugendliche und junge Erwachsene geworden. Sie stellen sich Fragen nach dem Warum des Kriegs und des Genozids, warum sie im Exil leben, welches ist meine Identität, wie sieht meine persönliche und berufliche Zukunft aus?
Trotz vieler Anstrengungen bleiben sie immer Fremde und sind hier häufig mit Rassismus konfrontiert, vor dem sie in Rwanda geflohen sind. Die Erinnerungen an das Heimatland sind durch schöne Kindheitserinnerungen geprägt, aber auch durch die Bilder des Horrors und die Erfahrung der Flucht.

2003, nach neun Jahren, kehren Jugendliche zurück in ihr Heimatland Rwanda.

Inhalte
1. Einleitung: Jugend in Rwanda und internationale Beziehungen
2. Für Frieden und Versöhnung – Jugendbegegnungen in Rwanda 2003
2.1 Projektziele
2.2 Die Teilnehmenden
2.3. Vorbereitung der Reise
2.4 Die Reise nach Rwanda
2.5. Bewertung des Projekts von rwandischer Seite
2.6 Auswertung
2.7 Erreichung der Ziele
3. Lessons Learned – Beitrag zu Frieden und Versöhnung?
Literatur

Erweiterter Artikel eines Vortrags, den Hildegard Schürings auf der Tagung der Evangelischen Akademie Loccum: „Zehn Jahre danach: Völkermord in Rwanda“ 5.-7. März 2004 gehalten hat:
Calliess, Jörg (Hg.), Zehn Jahre danach: Völkermord in Ruanda“, Loccumer Protokolle 11/04.

Zum Beitrag Wie kann ich über etwas sprechen ….

Versagen im Angesicht des Völkermords | Die unabhängige Untersuchung zur Verantwortlichkeit der internationalen Gemeinschaft in Rwanda 1994

Im Abstand von nur einem Monat unterbreiteten die Vereinten Nationen Ende 1999 der Weltöffentlichkeit zwei Berichte, die sich mit spektakulären Fällen des Versagens der Staatengemeinschaft und ihres Organs – eben der UN – befassten. Zu den Ereignissen von Srebrenica in Bosnien-Herzegowina im Juli 1995 legte der Generalsekretär selbst einen Bericht vor; mit dem Geschehen in Rwanda – dem Völkermord, der genau ein Jahr davor, im Juli 1994, zu Ende gegangen war – hatten sich unabhängige Gutachter befasst, deren Bericht ebenfalls als UN-Dokument veröffentlicht wurde.
Beiden Tragödien ist gemein, dass sie Schrecken nicht nur unter den unmittelbar Betroffenen, sondern Entsetzen in der gesamten internationalen Gemeinschaft auslösten. Überlegungen setzten ein, wie man derartige Verbrechen gegen die Menschlichkeit von vornherein unterbinden und zu diesem Zweck die Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen stärken könnte.
Schürings, Hildegard, Vereinte Nationen, Nr. 2/ April 2000

Verdeckte Fronten – Hintergründe der Konflikte in Ostzaire

Hildegard Schürings, Verdeckte Fronten in: Blätter für deutsche und internationale Politik 1/1997, S. 74-82

Rwanda: Hintergründe der Katastrophe Opfer, Täter und die internationale Gemeinschaft

Von Hildegard Schürings

Zwischen 9 und 18 Millionen Menschen wären in den Vereinigten Staaten binnen sieben Wochen dem Morden zum Opfer gefallen, setzte man die geschätzten Schreckenszahlen Rwandas zu der Bevölkerungszahl der USA in Beziehung.
Der Generalsekretär der Vereinten Nationen stellt in seinem Ende Mai vorgelegten Bericht über die Lage in Rwanda fest, dass die genaue Zahl der in der »Raserei der Massaker« umgebrachten rwandischen Kinder, Frauen und Männer wohl niemals festgestellt werden könne. Geschätzt wird, dass zwischen 250.000 und 500.000 Menschen getötet wurden, »ein erheblicher Anteil der 7-Millionen-Bevölkerung Rwandas«. Darüber hinaus seien Zehntausende verstümmelt oder verwundet.

So holzschnittartig das dem Nachrichtenkonsumenten gegenwärtig präsente Bild des Landes erscheint, so komplex sind die Hintergründe der Situation. Über Jahre hinweg wurden nicht zuletzt in Anbetracht knapper Ressourcen und hoher Bevölkerungsdichte Verteilungskämpfe besonders erbittert ausgefochten – entlang politischer und geschäftlicher Interessenlinien der Handelnden, unter Rückgriff auf echte Geschichte und konstruierte Gewissheiten, unter Beteiligung auch externer Akteure. Verschiedene Konflikte überlagern, historische Entwicklungen und aktuelle Ereignisse mischen sich. Um eines allerdings handelt es sich nicht: um Stammeskämpfe.

Zur Zeitschrift Vereinte Nationen und zum Beitrag von Hildegard Schürings Rwanda: Hintergründe …4-1994


Guichaoua André (direction) : Les crises politiques au Rwanda et au Burundi (1993-1994)

Guichaoua André (direction) : Les crises politiques au Rwanda et au Burundi (1993-1994).
Université des Sciences et Technologie de Lille. Karthala, Paris 1994, 790 p.
alle 31 Autor*innen mit ihren Beiträgen: Autor*innen in Französisch

Es handelt sich um einen Sammelband, in dem burundische, rwandische, amerikanische und europäische Autoren und Autorinnen die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre analysieren.

Themen sind insbesondere: die Rolle verschiedener Institutionen und Parteien, die Situation der „alten“ und „neuen“ Flüchtlinge, die Rolle der Nachbarländer sowie der wichtigsten Großmächte Belgien, Frankreich, USA sowie der Vereinten Nationen und der Schweiz.
H. Schürings analysiert die Entwicklungszusammenarbeit von Deutschland mit Burundi und Rwanda. Der Beitrag beruht auf eigenen beruflichen Erfahrungen und einer Erhebung bei den wichtigsten Organisationen in Deutschland.
Auf ca. 300 Seiten werden wichtige Dokumente der letzten beiden Jahre wiedergegeben (Chronologie der Ereignisse 6.4. bis 21.8.94, Zeitungsausschnitte, einige der berüchtigten Namenslisten, etc.).

Ein Volk verläßt sein Land – Krieg und Völkermord in Ruanda 1994

Schürings, H. (Hg): Ein Volk verläßt sein Land – Krieg und Völkermord in Ruanda
Neuer ISP-Verlag, Köln 1994, 1. Auflage 1995 2. Auflage, 254 S. 1994, erschienen im Oktober 1994, kurz nach dem Krieg und Genozid in Rwanda.
Aus in Deutschland üblichen bibliographischen Gründen wurde Rwanda als Ruanda geschrieben.

Die Ereignisse 1990-1994 und ihre Hintergründe sind umfassend durch 18 Autor*innen aus Rwanda, Belgien, Deutschland und Frankreich analysiert und dokumentiert.
Das erste Buch im deutschsprachigen Raum zu Krieg und Genozid in Rwanda 1990-1994 mit Analysen, Zeitzeugenberichten sowie Zeittabellen und Literaturangaben. Selbstverständlich beruht dieses Werk auf dem Wissensstand von 1994.
Es enthält keine stark polarisierenden Positionen von politischen Gruppierungen, Parteien oder damaligen Kriegsparteien.

Inhalt und Leseprobe: Ein Volk verläßt sein Land …

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Rwandische Zivilisation und christlich-koloniale Herrschaft 1992

Schürings, Hildegard: Rwandische Zivilisation und christlich-koloniale Herrschaft. IKO-Verlag, Frankfurt 1992, 460 S.

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Das Buch analysiert umfassend die gesellschaftliche Entwicklung bis zum Jahre 1990, besonders auch die Beziehungen zwischen den „ethnischen“ Gruppen während der deutschen und ab 1916 belgischen Kolonialzeit, die Revolution von 1959 und die strukturellen Veränderungen während der ersten Hälfte des 20sten Jahrhunderts, die die Grundlagen für die sozialen, wirtschaftlichen, politischen und auch weltanschaulichen Strukturen für das nachkoloniale Rwanda geschaffen haben.
Bis heute ist das Werk ein Grundlagenbuch.

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Hier finden Sie weitere Literatur zur Region der Großen Seen: Burundi, Rwanda, DR Kongo , ab 1980: Rwanda – Entgrenzungen

AUSSTELLUNGEN

Rwanda – Entgrenzungen

Rwanda (Ruanda) – im Herzen Afrikas – erlangte am 1. Juli 1962 seine politische Unabhängigkeit von Belgien. Bis Anfang der 1990er Jahre war das Land nur wenigen bekannt.
Dies änderte sich im April 1994, als Rwanda durch einen Völkermord weltweit in die Medien gelangte. Innerhalb von drei Monaten wurden geschätzt 800.000 Menschen getötet.
Alle Analysen haben nicht schlüssig klären können, wie es zu solchen Mordorgien kommen konnte. Der Genozid prägt bis heute das gesellschaftliche Leben, die Beziehungen zwischen den Menschen und die Zukunft.

Die Kunstausstellung von Pauline Disonn (Reliefbilder) und Hildegard Schürings (Fotografien) wurde bisher in Siegen, Frankfurt am Main und in Marburg gezeigt.
Sie kann ausgeliehen werden – zur Webseite.

Afrika – Andere Blicke

Blicke des Inneren und des Eigenen, des Fremden und des Anderen, der Sinne:

des Sehens und Fühlens, des Riechens und Schmeckens, des Hörens und Sprechens;
des Archaischen und Lebendigen, des Vergessenen und Erinnerten,

des Gefundenen und Verlorenen, des Liebens und Hassens,
des Lebens und des Sterbens, des Bewegens und still Stehens,

der Ahnen, Dämonen und Götter, der Menschen, Tiere und Pflanzen,
der Naturgewalten, der Frauen und Männer …

Die Ausstellung umfasst großformatige Bilder in Öl von Pauline Disonn und 19 Fotografien sowie Texte von Hildegard Schürings, subjektive Momentaufnahmen aus sechs Ländern: Äthiopien, Demokratische Republik Kongo, Kapverden, Rwanda, Senegal, Sierra Leone – ein Afrika in Bewegung, der Kreativität und der Zukunft.

Im September 2013 fand in Coswig (Anhalt) eine sehr schöne Vernissage mit den Künstlerinnen im MediClin Herzzentrum Coswig statt.
Vera Siber – sie hat wie die Künstlerinnen ebenfalls in Afrika gearbeitet – begleitete die Vernissage mit Improvisationen auf der Klarinette.
Zudem wurden Führungen für ein sehr interessiertes Publikum angeboten: Webseite von Coswig.

Die Kunstausstellung kann ausgeliehen werden Kontakt