Zukunft gestalten – Wege zum Frieden

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist 2007_rwa-groupe-huye-scaled-1024x683.jpg
Wege zum Frieden – Zukunft gestalten – Sieben Vereine aus Burundi & AEPCSM – Rwanda & Imbuto e.V.
Wenn man alleine träumt, ist es eine Illusion – wenn man gemeinsam träumt, ist es der Beginn der Realität“ Huye – Rwanda
Wege zum Frieden

Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Imbuto e.V.

Gesellschaftliche Teilhabe von zugewanderten Personen – Talente fördern und Zukunft gestalten, Imbuto e.V. – Fronhausen 2017, 35 S.

Diese Studie von Imbuto e.V. schlägt einen weiten Bogen von Emigration in Europa, in Afrika und auf andere Kontinente:
Die Situation von vor kurzem zugewanderten Personen aus den Ländern des Globalen Südens in Deutschland ist durch zahlreiche Faktoren und Bedingungen gekennzeichnet. Alle bringen viel „Gepäck“ und ihre Geschichte mit und haben sehr große Hoffnungen, hier eine neue Heimat zu finden. Die Studie „Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin?“ zeigt den Rahmen auf, in dem Migration und Flucht weltweit stattfinden. Wir analysieren die Situation von Personen, die ihre Herkunftsregion verlassen …
Leseprobe:
„Wie auf und zwischen allen Kontinenten findet Migration in Afrika seit Jahrhunderten statt, Grenzen und Nationalstaaten wurden erst willkürlich in der Kolonialzeit gebildet. Frankreich hat mehr als 100 Jahre eine Politik der „kulturellen Assimilation“ gefördert. Aus den Bewohnern der Kolonien z.B. in Westafrika sollten „gute“ Franzosen werden. …“

„Wie auf und zwischen allen Kontinenten findet Migration in Afrika seit Jahrhunderten statt, Grenzen und Nationalstaaten wurden erst willkürlich in der Kolonialzeit gebildet. Frankreich hat mehr als 100 Jahre eine Politik der „kulturellen Assimilation“ gefördert. Aus den Bewohnern der Kolonien z.B. in Westafrika sollten „gute“ Franzosen werden. Seit Anfang des 20sten
Jahrhunderts wurden mehrere Generationen in Frankreich oder nach dem französischen
Bildungssystem in ihren Heimatländern ausgebildet. Ab 1857 kämpften mehrere Hunderttausend
Soldaten „tirailleurs sénégalais“ aus den Kolonien an der Seite Frankreichs während des Madagaskarkriegs, der beiden Weltkriege, in Indochina und im Algerienkrieg. Viele blieben in Frankreich, ab 1940 folgten die Frauen ihren Männern nach Europa. Nach dem zweiten
Weltkrieg migrierten viele nach Frankreich, bzw. wurden von Frankreich für die Arbeit in der sogenannten „Metropole“ rekrutiert.

Ein großer Teil der Männer, wie z.B. aus dem Süden Tunesiens, aus Marokko, Senegal oder aus Mauretanien, lebte in Frankreich und kam nur während der Ferien nach Hause. Der allergrößte Teil des Einkommens wurde an die Familie überwiesen.
Während des Algerienkrieges 1954 bis 1962 und des sogenannten schwarzen Jahrzehnts (1990-2000, Regierungstruppen gegen islamistische Gruppen) flüchteten ca. 500.000 Algerier und Algerierinnen nach Frankreich.

Durch die aktuellen Debatten werden Personen, die bereits seit Generationen in Europa leben und zu dessen Wohlstand beigetragen haben, nun als Fremde, als Migranten bezeichnet, die kein „Recht“ auf ihre Heimat in Europa haben. Und trotzdem: ca. 70% der Migration in Westafrika finden heute innerhalb Westafrikas statt.
Eine ähnliche Situation gibt es in Deutschland, dort werden Personen, deren Familien seit drei
Generationen hier leben, immer noch als Personen mit „Migrationshintergrund“ bezeichnet und sehr oft als „Fremde“ behandelt.“

Hier geht es weiter…

Auch Bäche beginnen mit einem Tropfen – Wege der Friedensförderung

Evaluierung der Projekte von Imbuto e.V. 2000-2012, Fronhausen 2013

Das zwölfjährige Bestehen des Vereins im Jahr 2012 war Anlass, systematisch über die vergangenen Jahre nachzudenken, zu analysieren und zu bewerten, welche Ergebnisse Imbuto erreicht hat.
Neben institutionellen Aspekten haben wir u.a. gefragt, welche Wirkungen die Projekte auf die beteiligten Personen hatten und haben.

Grundsätzlich evaluieren wir alle Projekte am Ende durch die Teilnehmenden. Dieses können Sie in den gut dokumentierten Veranstaltungen nachlesen (sehr oft in Deutsch und in Französisch, einige auch in Englisch). Die Dokumentationen sind den einzelnen Projekten zugeordnet.
Auch bei Vorträgen bitten wir um Feedback. Insgesamt fällt dieses meist sehr positiv aus. So z. B. beim Projekttag: Auf der Suche nach einer neuen Heimat – warum aus Eritrea und Somalia flüchten? -> hier
An Projekten haben oft mehrere Hundert Personen teilgenommen.

Auszüge aus der Evaluierung „Auch Bäche …“, S. 35

„Die Antworten auf die Frage nach der Art bzw. Ausprägung der Veränderungen bei den Teilnehmer*innen waren sehr vielfältig und lassen sich drei Bereichen zuordnen:

Veränderungen auf persönlicher Ebene / BeziehungsebeneNeuer Lebensmut und neue Lebensperspektiven
Der Weg zum inneren Frieden wurde bereitet
Neue Freundschaften wurden geschlossen
Erweiterung des persönlichen Horizonts
Offenerer und angstfreierer Umgang mit anderen Menschen
Stärkere Empathie
Bessere Kommunikationsfähigkeit
Veränderungen auf beruflicher Ebene  Erweiterung der Sprachkompetenz
Mehr Fachwissen und Professionalität Höhere Organisationskompetenz Gesteigerte Teamfähigkeit
Bessere Kommunikationsfähigkeit Ausrichtung in der Berufs- / Studienwahl
Veränderungen im gesellschaftlichen und interkulturellen KontextFreundschaft mit Menschen aus einem anderen Kulturkreis
Stärkere Offenheit für Vielfalt Sensibilisierung für Ausgrenzung und Ungerechtigkeit
Mut, um sich für Gleichberechtigung und Gleichbehandlung einzusetzen
Mut, um sich gemeinsam für Veränderungen einzusetzen  

Die Antworten auf die Frage, ob das durch die Teilnahme Erlernte und die Erfahrungen genutzt wurden und ggf. wofür, zeigen deutlich, dass die Projekte nachhaltige Impulse auf die Teilnehmenden hatten und haben.

Die Antworten lassen sich drei Bereichen zuordnen:

Anwendung / Nutzen auf persönlicher Ebene / BeziehungsebeneAufklärung über Rassismus und Vorurteile im FreundeskreisReflexion der eigenen KonditionierungBesseres Verständnis der eigenen Bedürfnisse
Anwendung / Nutzen auf beruflicher Ebene  Nutzen für Debatten und politische DiskurseWissenserwerb zu Krieg, Trauma, Gewalt, Konflikte um Ressourcen etc. haben zu einer Professionalisierung in den Bereichen Friedensförderung und Konfliktprävention geführt
Nutzen zur Moderation von Jugendgruppen
Anwendung / Nutzen im gesellschaftlichen und interkulturellen KontextHilfe zur Integration in die deutsche Gesellschaft
Hilfe beim Kampf gegen Stereotype und Vorurteile
Wissen weitererzählen
Persönliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit der eigenen Kommune
Entwicklung von sozialer Kompetenz
Vermeidung von sprachlichen Fallstricken

Tabelle 2: Nutzen der Teilnahme für die Teilnehmenden, Befragung April-Mai 2012

„Imbuto bedeutet für mich persönlich…“

  • „… eine sehr wichtige Lebensabschnittsbegleiterin.“
  • „… sehr viel und gehört zu den wichtigsten Systemen meines Lebens…“
  • „… Wiedergutmachung“
  • „… ein kostbarer, wunderbarer Tropfen auf den heißen Stein.“
  • „… ungewöhnliche, interessante und bereichernde Begegnungen.“
  • „… kollektive Seelsorge.“
  • „… Liebe, Brüderlichkeit, Inklusion.“
  • „… eine Familie.“

Bewertung von Teilnehmenden an Imbuto-Aktivitäten

WERTSCHÄTZUNG & VIELFALT/ APPRECIATION & DIVERSITE

Die wichtigsten Erfahrungen mit Imbuto waren für mich der wert­schätzende Umgang mit Menschen und die Vielfalt, dass ich verschie­dene Kulturen kennengelernt habe und mich mit Menschen aus ande­ren Kulturen ausgetauscht habe.L’expérience la plus importante était pour moi la valorisation de la diversité, et que j’ai connu des cultures diverses et que j’ai pu m’échanger avec les gens des cultures différentes.  

MUT UND PERSPEKTIVEN/ COURAGE ET PERSPECTIVES

Ich habe Mut gefasst und Perspektiven für die Zukunft ent­wickelt.J’ai pris du courage et développé des perspectives pour l’avenir.

VERSÖHNUNG/ RECONCILIATION

Seitdem ich bei Imbuto bin, versuche ich, in Frieden mit mir und meiner Familie zu sein.Depuis que je suis chez Imbuto, j’essaie d’être en paix avec moi-même et ma famille.

RESPEKT / RESPECT

Ich bin sehr viel empfindlicher gewor­den gegen Formen von Rassis­mus und mutiger, dagegen einzutreten und auch mir nahen Menschen zu sagen, dass sie Formen von Rassismus nicht erken­nen und dadurch unbewusst weitergeben. Ich versuche, andere Menschen über Vorurteile und Rassismus aufzuklären und sie dafür sensibel zu machen.Je suis devenu beaucoup plus sensible concernant toute forme de racisme et aujourd’hui plus coura­geux de dire à des proches, qu’ils ne sont pas conscient du racisme et qu’ainsi ils transmettent inconsciemment le racisme à d’autres.
Imbuto m’a appris à réagir et intervenir lors des agressions racistes. J’essaie d’édifier et de sensi­biliser les gens sur les préjugés et le racisme.

BILDUNG / EDUCATION

Imbuto hat mir geholfen, mein poli­tisches Bewusstsein zu entwickeln, und hat mich in Momenten, in denen ich die Wichtigkeit zu wissen, was warum in der Welt passiert, unterbewertet habe, eines Besseren belehrt.Imbuto m’a aidé de développer une conscience politique et m’as appris l’importance de savoir qu’est-ce que se passe dans le monde entier.  

FREUNDSCHAFT / AMITIE

Durch Imbuto habe ich wunderbare Menschen kennen gelernt, die meine Familie geworden sind.Par Imbuto j’ai fait la connaissance des gens magnifiques qui sont devenus ma famille.  

INTERKULTURELLE & PROFESSIONELLE KOMPETENZEN

COMPETENCES INTERCULTURELLE & PROFESSIONNELLE

Ich bin in Imbuto groß geworden und habe sehr viel über meine Fähigkeiten gelernt, die mich bis jetzt in meinen Jobs weitergebracht haben.J’ai grandi dans Imbuto et j’ai appris beaucoup de moi-même et de mes capacités ce qui m’a permis d’avancer dans la vie professionnelle.

FRIEDEN & LIEBE/ PAIX & AMOUR  

Imbuto hat ein Samenkorn der Liebe und des Friedens in mein Leben gesät.Imbuto a semé dans ma vie une semence d’amour et de la paix.

GEMEINSAM STARK/ L’UNION FAIT LA FORCE

Imbuto hat mir gezeigt, dass wir gemeinsam stark und hand­lungsfähig sind.Imbuto m’a appris qu’ensemble nous sommes forts et capables.

IDENTITÄT / IDENTITE

Imbuto hat unseren Kindern, die im Ausland leben, geholfen, die Kenntnisse über unsere Herkunft und Bräuche zu vertiefen und zu verstehen, dass unsere Mutter­sprache ein Reichtum ist.Imbuto a permis à nos enfants vivant à l’étranger d’améliorer nos connaissances quant à nos origines et coutumes et que notre langue maternelle est une richesse.  

GEMEINSCHAFT / COMMUNAUTE

Imbuto hat mir gezeigt, dass das friedliche Zusammenleben unter­schied­licher Gruppen möglich ist.Imbuto m’a montré qu’une vie pacifique entre diverses commu­nau­tés est possible.  

Zur Studie Auch Bäche … geht es hier

Prozess gegen einen ehemaligen Bürgermeister aus Rwanda am Oberlandesgericht Frankfurt am Main

Team Monitoring Trial, Universität Marburg
13.04.2016 Universität Marburg

Vorträge:
Dieter Magsam, Rechtsanwalt, Vertreter der Nebenklage
Hildegard Schürings, Imbuto e.V.

Die Studierenden des Team Monitoring Trial hatten den Prozess von 2011 bis 2014 beobachtet und protokolliert (siehe unten).

Beim Treffen der Projektgruppe der Monitoring Trial zum Verfahren gegen den ehemaligen Bürgermeister Onesphore Rwabukombe der Gemeinde Muvumba (Byumba) im Norden Rwandas hielt der Nebenklagevertreter aus dem Frankfurter Völkermordverfahren, Herr Dieter Magsam, einen Vortrag zum Verfahren.
Die Projektgruppe hatte bereits Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern des Generalbundesanwalts und der Verteidigung. Nun erhielten die Monitors Einblicke in die Arbeit und Wirkung eines Opferanwalts.

Hildegard Schürings konnte dank ihrer langjährigen Arbeit in Rwanda Eindrücke über den Hintergrund des Prozesses und über die gesellschaftliche Aufarbeitung des Genozids im Land selbst schildern. Sie hat 2015 den Revisionsprozess im OLG Frankfurt beobachtet und gab eine Einschätzung zur Bewertung des Verfahrens in Deutschland – 6.000 km vom Tatort in Rwanda entfernt.
Besonders schwierig für das OLG war es, den gesellschaftlichen und kulturellen Kontext zu erfassen, die Bedingungen, unter denen der Krieg und der Genozid stattfanden, und auch die Zuverlässigkeit der Zeugen. ->> Zur Präsentation mit historischen Hintergründen sowie der aktuellen Situation in Rwanda.
Der ehemalige Bürgermeister Rwabukombe wurde im Revisionsprozeß 2015 vor dem OLG Frankfurt wegen seiner Mitwirkung am Genozid im Jahr 1994 zu lebenslanger Haft verurteilt. Dazu: Deutsche Welle zum Verfahren, 29.12.2015

Monitoring im Verfahren gegen Onesphore Rwabukombe

Seit Beginn des Hauptverfahrens am 18. Januar 2011 beobachteten Studierende der Philipps-Universität Marburg das Strafverfahren gegen O. Rwabukombe am Oberlandesgericht Frankfurt.
Dem 53 Jahre alten Ruander wird vorgeworfen, sich wegen Völkermordes und Mordes sowie Anstiftung zu eben jenen Tatbeständen strafbar gemacht zu haben, indem er im April 1994 drei Massaker angeordnet und koordiniert habe, bei denen mindestens 3.730 Tutsi getötet worden seien.
Solche, an internationalen Tribunalen durchaus üblichen, Beobachtungen eines Strafprozesses sollen gewöhnlicherweise vor allem der Einhaltung rechtsstaatlicher Standards dienen. Bei dem jetzigen Projekt gilt das Interesse jedoch vor allem den vielfältigen prozessualen Herausforderungen, die sich der deutschen Justiz bei einem solchen Großverfahren stellen.
Die Verhandlung wurde von dem Vorsitzenden Richter am OLG Sagebiel geleitet. Die Anklage wurde angesichts des immensen Tatvorwurfs durch Vertreter des Generalbundesanwaltes beim Bundesgerichtshof (GBA) vertreten, die Rechtsanwältinnen von Wistinghausen und Dr. Woweries hatten die Verteidigung übernommen.
Als weiterer Prozessbeteiligter vertrat Rechtsanwalt Magsam die Nebenklage.

Das Verfahren wurde unter der fachlichen Leitung von Prof. Dr. Christoph Safferling von über 100 Studierenden der Rechtswissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, Politikwissenschaft und anderer Studiengänge begleitet und ausgewertet.
Die wöchentlichen Berichte, in denen das Prozessgeschehen strukturiert aufbereitet wurde, finden Sie hier: Monitoring-Reports 2011-2014 zum Verfahren gegen Onesphore Rwabukombe am OLG Frankfurt.

Internationales Symposium: Keine Zukunft ohne Vergangenheit | Perspektiven der Demokratisierung und Friedensförderung in der Region der Großen Seen – Zentralafrika

Hildegard Schürings, Sebastian Günther & Andrea Pabst – Imbuto asbl (Ed.) | No future without the past – Pas d’avenir sans le passé, Marburg 2009 ||
Perspectives of democratisation and promotion of peace in the Great Lakes Region, Central Africa || Perspectives de démocratisation et de promotion de la paix dans la Région des Grands Lacs, Afrique centrale

Imbuto e.V. & Zentrum für Konfliktforschung, Philipps-Universität Marburg, Konferenzsprachen: Englisch, Französisch
Dokumentation des Internationalen Symposiums 14.-17. August 2008, Marburg – Germany – Allemagne; Englisch, Französisch
Tectum Verlag Marburg 2009, 229 S., broschiert, ISBN 978-3-8288-9946-9 Bezug im Nomos-Shop

Fast zwei Jahre hat Imbuto e.V. federführend in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität Marburg das Internationale Symposium vor- und nachbereitet.

Ein Team von Studierenden der Universität sowie Mitarbeiter*innen von Imbuto e.V., insgesamt 25 Personen, haben diese Arbeit weitgehend ehrenamtlich übernommen. Sie wurden unterstützt durch die Koordinatorin Hildegard Schürings (Imbuto e.V.) sowie die Hochschullehrer Johannes M. Becker (PD) und Prof. Ulrich Wagner.

Hier die Mitglieder des Koordinationsteams: Ehrenamtlich Mitwirkende.
Die jungen Erwachsenen des Projekts „Visions des jeunes pour l’avenir“ August 2008 haben das Symposium inhaltlich vorbereitet und waren aktiv an dessen Gestaltung beteiligt (Vorträge, Workshop, Dokumentation und Organisation).

Für die Partnerorganisation aus Rwanda AEPCSM – Rwanda: Denyse Amahirwe, Bernard Niyomugabo, Evalde Nteziryayo und Jeanne d’Arc Uwimbabazi.
Für Imbuto e.V.: Eva Anderson-Park, Jean-Louis Bisangwa (Großbritannien), Anne Gisèle Nimbona, Xavérine Niwemutoni (Rwanda), Marie Reine Nizeyimana (Frankreich), Veronika Ott, Andrea Pabst, Sang-Min Park, Jasmin Scholle, Hildegard Schürings (Koordination) und als Moderator*innen: Ananie Bizimana, Fra Zeller (Schweiz).
Herzlichen Dank an Alle!

Die inhaltliche Konzeption des Symposiums war darauf ausgerichtet, einen wesentlichen Beitrag zur Friedensförderung zu leisten. So sollten Personen mit verschiedenen professionellen Kompetenzen und Lebenserfahrungen in einen Dialog eintreten, voneinander lernen und konstruktiv die hoch politisierte Situation in der Region der Großen Seen in Zentralafrika beeinflussen.

Die hohe Anzahl von Referent*innen und Teilnehmenden aus zehn Ländern und drei Kontinenten bedeutete einen erheblichen organisatorischen Aufwand. Die Konferenz führte zu einer Vernetzung über die Kontinente hinweg und brachte Personen unterschiedlicher Provenienz zusammen.

Während der viertägigen Konferenz wurden aus multidisziplinärer wissenschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Perspektive viele Facetten der Analysen, der konkreten Erfahrungen von Akteuren vor Ort und von Ansätzen der Konfliktregelung auf internationaler, regionaler und lokaler Ebene in den Ländern Burundi, Demokratische Republik Kongo und Rwanda dargestellt und diskutiert.

In drei Themenblöcken (Politische und gesellschaftliche Situation in den drei Ländern, Transitional Justice, Visionen für die Zukunft) wurden in zwanzig Workshops die Hintergründe der Konfliktfelder, der Kriege und des Genozids sowie Möglichkeiten untersucht, die Vergangenheit aufzuarbeiten und Zukunft zu gestalten.

Einzelne Themen: Politische und gesellschaftliche Entwicklung 1990 bis 2008; Rolle internationaler, staatlicher und lokaler Akteure; Ausbeutung und Regelungsmechanismen für die Nutzung natürlicher Ressourcen; Rolle und Visionen von Jugendlichen; Spezifische Wirkungen der Konflikte auf Frauen und ihre Potentiale, zur Lösung beizutragen; Traumatisierung, Heilungsprozesse und Identitätsbildung sowie die Wirkungen lokaler und internationaler Justizsysteme.

Referierende, Moderator*innen und Teilnehmende waren 100 renommierte Wissenschaftler*innen, Studierende und Nachwuchswissenschaftler*innen aus dreißig Universitäten und Institutionen in Europa (Belgien, Deutschland, Frankreich, Schweiz), Burundi, Demokratische Republik Kongo, Rwanda, Senegal, USA und Chile.

Mit 50 Prozent der Teilnehmenden war die Zivilgesellschaft sehr gut vertreten, 50% der Teilnehmer waren Frauen:

  • Liga für Menschenrechte in der Region der Großen Seen – LDGL
  • Liga der Batwa in Burundi
  • Ibuka – Rwanda
  • Frauenorganisationen wie AVEGA-Agahozo Rwanda (Association des Veuves du Génocide – Association of Widows of the Genocide, Agahozo bedeutet: „Deine Tränen trocknen“)
  • Jugendliche aus Europa, Imbuto e.V.
  • Studierende der klinischen Psychologie in Rwanda
  • Vertreter des Zivilen Friedensdienstes – ZFD in Rwanda
  • ein ehemaliger Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für die DR Kongo.

Bewusst nicht eingeladen waren Politiker*innen und dies, um zu vermeiden, dass die Debatten in eine solche Polarisierung einmünden würden, bei der ein Dialog nicht mehr möglich wäre.
Die Teilnehmerin aus Burundi repräsentierte die Liga der Batwa (eine der Bevölkerungsgruppen in Burundi und Rwanda). Sie war jedoch auch Senatorin, eine in der Region einmalige Position für eine Mutwa – Angehörige der sozialen Gruppe der Batwa.

Ein offener konstruktiver Dialog

Die Teilnehmenden aus zehn Ländern, zur Hälfte weiblich, führten einen intensiven, offenen und konstruktiven Dialog. Etwa 50% der Teilnehmenden kamen aus der Region der Großen Seen.
Der professionelle Hintergrund: Erziehungswissenschaften, Friedens- und Konfliktforschung, Geschichte, Hydrologie, Jura, Ökonomie, Politologie, Theologie, Soziologie und Psychologie.

Ausgehend von der aktuellen Realität wurden die Komplexität der Konfliktfelder analysiert und Perspektiven für Demokratisierung und Friedensförderung in der Region aufgezeigt.

Es war ein spannender, tiefgehender, hoffnungsvoller Austausch mit der Perspektive, Bausteine zum Frieden beizutragen. Von den in die Heimat zurückgekehrten Teilnehmer*innen an der Konferenz erhielt Imbuto e.V. viele Dankesbriefe.

Danke an alle Organisationen und die vielen Personen, die im Vordergrund und im Hintergrund wirksam waren, insbesondere auch an die Dolmetscher*innen (Englisch <-> Französisch), ohne deren professionellen Kompetenzen und ihr Engagement das Symposium nicht möglich gewesen wäre.

Verlauf und Ergebnisse des Symposiums sind umfassend dokumentiert und von Imbuto e.V. 2009 in den Konferenzsprachen Englisch und Französisch veröffentlicht.

Weitere Informationen in Deutsch bei Nachdenken: Genozid
in Englisch und Französisch Publikationen

Berichte in der Presse: Neue Marburger Zeitung 2008

Visions des jeunes pour l’avenir – Région des Grands Lacs – Afrique Centrale | Visionen von Jugendlichen für den Frieden – 2008

06. – 22. August 2008
Imbuto & AEPCSM Rwanda
Frankfurt am Main, Marburg, Berlin, Fronhausen

Junge Erwachsene von Imbuto e. V. und der Verein der Studierenden der klinischen Psychologie und für mentale Gesundheit der Nationalen Universität Rwanda: „Association des Etudiants en Psychologie Clinique et pour la Promotion de la Santé Mentale – AEPCSM“, Université Nationale du Rwanda – Huye, haben am Projekt „Visionen für den Frieden“ teilgenommen.

Ziel war die Vor- und Nachbereitung sowie die Teilnahme am Internationalen Symposium „No future without the past – Perspectives of democratisation and promotion of peace in the Great Lakes Region, Central Africa“.

Das Projekt beginnt für eine Gruppe von jungen Erwachsenen aus Europa und aus Rwanda in Frankfurt am Main.

Vom 06. -12.08.2008 arbeiten wir im Haus der Jugend in Frankfurt am Main. Mit theaterpädagogischen Methoden sowie theoretischen Reflexionen über die eigene Biographie und die Themen „Frieden und Versöhnung“ lernen wir uns näher kennen.
So stellen wir Gedanken und Gefühle dar und nähern uns dem konfliktiven Gegenstand der Konferenz. Es werden Elemente für die Workshops und Beiträge auf dem Symposium zusammengetragen.

Der Austausch in der Bildungsstätte Anne-Frank sowie im Evangelischen Zentrum für Beratung und Therapie von Geflüchteten werden von allen sehr geschätzt.

In Marburg führen wir Gespräche mit dem Zentrum für Konfliktforschung der Universität Marburg sowie der Fakultät für Psychologie. Dort haben die Kolleg*innen aus Marburg und Rwanda einen intensiven Austausch zu Konzepten der Konfliktlösung sowie zur therapeutischen Begleitung von traumatisierten Personen.

Gut vorbereitet nehmen wir am internationalen Symposium teil – eine starke Gruppe, die ihre Vorstellungen von Frieden präsentiert. Die jungen Leute haben die einmalige Chance, mit hochrangigen Wissenschaftler*innen zu diskutieren. Zudem gibt es intensiven Austausch mit Mitgliedern der Zivilgesellschaft insbesondere aus der Region der Großen Seen.


Nach dem Symposium in Marburg besuchen wir die Hauptstadt Berlin.
Wir erfahren viel über die Geschichte Deutschlands: Jüdisches Museum, Holocaust Denkmal, Reste der Mauer, Brandenburger Tor, Unter den Linden, Reichstag.


Das gesamte Programm wird zum Abschluss in Fronhausen evaluiert.

Teamer*innen: Ananie Bizimana, Xavérine Niwemutoni, Hildegard Schürings, Fra Zeller

Dann heißt es Abschied nehmen, drei sehr intensive Woche mit viel Lernen, Vernetzung, Abschiedsschmerz, in der Hoffnung, dass wir uns bald wiedersehen.
Die Reise geht nach Belgien, Frankreich, Rwanda, in die Schweiz …

Zur Dokumentation in Französisch.

Résumé en Français: „La jeunesse d’aujourd’hui représente la grande majorité des populations dans la Région des Grands Lacs. Durant les décennies passées, elle a beaucoup souffert. Aujourd’hui, il y a de nombreuses personnes et associations qui cherchent des solutions paisibles pour guérir les plaies, surmonter les traumatismes, ériger des institutions démocratiques et renforcer la société civile. La promotion de la paix est devenue le leitmotiv pour de nombreux acteurs …

Programme d’échanges international

Visions des Jeunes pour l’Avenir, Région des Grands Lacs, Afrique

06.08. – 22.08.2008 Allemagne

La jeunesse d’aujourd’hui représente la grande majorité des populations dans la Région des Grands Lacs. Durant les décennies passées, elle a beaucoup souffert. Aujourd’hui, il y a de nombreuses personnes et associations qui cherchent des solutions paisibles pour guérir les plaies, surmonter les traumatismes, ériger des institutions démocratiques et renforcer la société civile. La promotion de la paix est devenue le leitmotiv pour de nombreux acteurs, fatigués des conflits graves. C’est la jeunesse d’aujourd’hui qui est le plus intéressée et le plus motivée de développer de nouvelles perspectives. Les jeunes sont la future génération, c’est elle qui crée l’avenir et en sera responsable.

Imbuto asbl, une ONG internationale, œuvre depuis 2000 pour la paix. Ce sont surtout des jeunes qui réfléchissent et agissent sur des chemins de la paix et sèment la tolérance, le dialogue et le respect de l’autre.

Pour échanger des expériences, pour apprendre des autres, Imbuto organise un programme d’échanges international : « Visions des jeunes pour l’avenir ».

Des représentants des associations des jeunes au Rwanda et en Europe, oeuvrant pour la paix, auront l’occasion de se faire connaître et entendre.

Objectif : Nous voulons donner une ou plusieurs pierres à l’édifice des maisons de la paix et faire du lobbying auprès de diverses institutions.

Le programme prévu en Allemagne :

  • Séminaire avec des représentant(e)s des associations des différents pays à Frankfurt : Qu’est- ce que nous avons fait jusqu’à aujourd’hui ? Quels ont été les effets ? Quelles visions à envisager ?
  • Rencontre avec des institutions et associations oeuvrant pour la paix et la réconciliation (Frankfurt, Marburg, Berlin)
  • Participation active à la conférence internationale à la Philipps-Universität de Marburg : Pas d’avenir sans le passé – Perspectives de démocratisation et de promotion de la paix dans la Région des Grands Lacs, Afrique centrale, 14 au 17 Août 2008

Nous attendons la venue des représentants des associations sans buts lucratifs, ayant une expérience importante dans la construction de la PAIX avec, par et pour les jeunes.
Imbuto asbl promeut l’égalité des genres et l’équité, pour que les sociétés deviennent plus justes.

Summary in English: „The majority of the population in the Great Lakes Region today are children and adolescents. They have greatly suffered during the past decades. Today, numerous people and associations are trying to find peaceful solutions to heal the wounds, overcome the traumas, establish democratic institutions and reinforce the civil society. The promotion of peace has become the leitmotiv for numerous people who are tired of ceaseless conflicts …

International exchange programme: Youth Visions for the Future, Great Lakes Region – Africa

6.08. – 22.08.2008 Allemagne/ Germany

The majority of the population in the Great Lakes Region today are children and adolescents. They have greatly suffered during the past decades. Today, numerous people and associations are trying to find peaceful solutions to heal the wounds, overcome the traumas, establish democratic institutions and reinforce the civil society. The promotion of peace has become the leitmotiv for numerous people who are tired of ceaseless conflicts. It is the youth today who have the greatest interest and the highest motivation to develop new perspectives. The youth is the future generation, and as such, it creates the future and is responsible for it.

Imbuto is an international NGO which has been working for peace since 2000. Youths in particular reflect on and move on paths towards peace, sowing tolerance, dialogue and mutual respect.

In order to exchange experiences and to learn from one another, Imbuto organises an international exchange programme “Youth Visions for the Future”.

Representatives of youth associations working for peace in Rwanda and Europe will have the opportunity to discuss on their topics and to be listened by others.

Objective: We aim at adding several building blocks to “houses of peace” and advocacy for our work towards diverse institutions.

The planned programme in Germany:

  • Workshop with representatives of associations from several countries in Frankfurt: What kind of work/projects have we pursued so far? What are the effects of our work? What are our visions for the future?
  • Meetings with institutions and organisations working for peace and reconciliation (Frankfurt, Marburg, Berlin)
  • Active participation at the international conference held at the Philipps-University Marburg: No future without the past – Perspectives for democratisation and the promotion of peace in the Great Lakes Region (Central Africa), August 14th – 17th 2008

We expect the attendance of representatives of non-profit organizations with relevant experience in peace work by, with and for youths.

Imbuto pursues gender equality and equity, so that societies might become more just.

Quand on rêve seul, c’est de l’illusion – quand on rêve ensemble, c’est le début de la réalité |

Visions des jeunes pour l’avenir | Rencontre et échanges avec des associations et institutions au Rwanda | Visionen für die Zukunft 2007

„Wenn man alleine träumt, ist es eine Illusion – wenn man gemeinsam träumt, ist es der Beginn der Realität.“
07.-23.10.2007 Rwanda
Imbuto e.V. & zahlreiche Vereine in Rwanda und aus Burundi

Teamer*innen: Xavérine Niwemutoni, Karin Roth, Lydie Twibanire-Benninghofen, Hildegard Schürings

Im Oktober 2007 organisiert Imbuto e.V. mit Institutionen und Vereinen in Rwanda ein umfassendes Programm.
Thema: „Visionen für die Zukunft- Jugendliche in Burundi und Rwanda“.
Imbuto führt Interviews mit zahlreichen Institutionen durch. Weiterhin werden drei Seminare sowie zahlreiche Gespräche auf unterschiedlichen Ebenen organisiert.

Die Seminare sind sehr interaktiv mit einem lebendigen Austausch und sehr in die Tiefe gehenden Diskussionen über: das Ich und die Anderen, Krieg und Frieden, Opfer und Täter, Ausgrenzung, Traumatisierung, psychosoziale Begleitung, soziales Zusammenleben, Versöhnung und Gerechtigkeit.

Seminar 11. -14.10.2007: 25 Studierende der Psychologie, Association des Etudiants en Psychologie Clinique et Santé Mentale – AEPCSM der Nationalen Universität – UNR in Butare (Huye) & Imbuto
Vorträge der Studierenden zu: „Aktivitäten zur Unterstützung von Traumata von Schüler*innen und Lehrer*innen, die den Genozid überlebt haben“, „Begleitung von Überlebenden während der Trauerzeiten im April“, „Begleitung von Personen während der Gacaca-Prozesse“.
Imbuto e.V.: Vorträge zu Holocaust in Europa sowie Übungen und Diskussionen zu: Ich und die Anderen, Heilungsprozesse, soziale Beziehungen, Verhältnis Opfer und Täter, Strategien für die Zukunft.

Seminar 13.-15.10.2007: Teilnehmende: Imbuto e.V. und Vertreter*innen von sieben Vereinen aus Burundi, die nach Rwanda – Huye reisen.
Vereine aus Burundi
ABJE – Association burundaise pour le maintien de l’Unité au sein de la Jeunesse
ABREPA – Association burundaise pour la Recherche et l’Etude en Pédagogie Appliquée
APDH – Associations pour la Paix et les Droits de l’Homme
CAJABU – Carrefour des Jeunes Artistes du Burundi
CJABU – Collectif pour la Promotion des Associations des Jeunes
LANOVA – Ligue Africaine pour la non-violence active
Ligue des Jeunes

Burundi hat seit der Unabhängigkeit 1962 eine oft von ethnischen Konflikten und Kriegen geprägte Vergangenheit. Während der Auseinandersetzungen besonders 1972 und 1993 sind geschätzt mehrere hunderttausend Personen ermordet worden, davon die meisten den Bahutu angehörend und viele Batutsi und Batwa.
Burundi hat eine ähnliche Bevölkerungsstruktur wie Rwanda. Politische Konflikte in einem Land, die oft an „ethnische“ Zuschreibungen gebunden sind, wirken sich immer auf das Nachbarland aus.
Wir haben einen intensiven Austausch zu Konzepten, Projekten und Erfahrungen im Hinblick auf Friedensförderung und Aufarbeitung der Vergangenheit.

Institut Polytechnique de Byumba, Technische Hochschule, heute Universität – University of Technology and Arts of Byumba – UTAB

Auch hier stehen Fragen von Identität, die Anderen – Gemeinsamkeiten, Visionen für die Zukunft im Mittelpunkt.
Einen ganzen Tag haben wir mit 30 Studierenden der Hochschule über Fragen von Identität, Heilung und über Veränderungsprozesse diskutiert.
Dies ist im Kontext von Rwanda ein sehr sensibles Thema, insbesondere wegen des Genozids an der Batutsibevölkerung und in Byumba wegen der Ermordung von Tausenden Bahutu – ein Tabuthema.
In einem öffentlichen Vortrag von Imbuto e.V. an der Hochschule mit mehr als 100 Teilnehmenden wird die Frage nach dem Lernen aus dem Holocaust in Europa diskutiert.
Es ist eine anregende Diskussion – viele haben dieses Thema sehr geschätzt, da nicht nur in Rwanda ein Verbrechen wie Völkermord verübt wurde, sondern auch in Europa.
Somit könne man viel aus den Erfahrungen mit der Aufarbeitung der Verbrechen lernen. Insbesondere werden auch die Unterschiede zwischen der Shoa und dem Genozid in Rwanda diskutiert.

Die Gespräche und Interviews sind ausführlich im Bericht über dieses Programm dokumentiert.

  1. Minister für Landwirtschaft Christophe Bazivamo
  2. Francis Kaboneka, Abgeordnetenhaus
  3. Dr. Eugène Rutembesa, Dekan und Mitglied der Fakultät für Erziehungswissenschaften der Nationalen Universität Rwanda – UNR
  4. Deutsche Botschaft in Kigali
  5. Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit – GTZ, Rwanda, seit 2011: GIZ – Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
  6. Kreditanstalt für Wiederaufbau – KfW
  7. Institut de Recherche et de Dialogue pour la Paix – IRDP, Kigali
  8. Ligue des Droits de la Personne dans la Région des Grands Lacs – LDGL
  9. Rwandan Union for Youth Affected by Armed Conflicts – RUYAAC
  10. Association des Guides du Rwanda
  11. Association des Etudiants et Elèves Rescapés du Génocide – AERG
  12. Association Umuseke
  13. Radio Benevolencija
  14. Service Allemand au Développement – Service civil pour la Paix – DED-ZFD

Zur ausführlichen Dokumentation des Programms in Französisch.

Eine deutsche Zusammenfassung finden Sie demnächst hier…
zur französischen Zusammenfassung:
„Conclusion – Visions pour demain: Les interviews, les rencontres et les séminaires ont été d’une grande richesse en ce qui concerne les contenus, le niveau de réflexion, la motivation de se faire exprimer et se faire entendre, et l’engagement de tous les participants et participantes et personnes rencontrées…

Conclusion – Visions pour demain
Les interviews, les rencontres et les séminaires ont été d’une grande richesse en ce qui concerne les contenus, le niveau de réflexion, la motivation de se faire exprimer et se faire entendre, et l’engagement de tous les participants et participantes et personnes rencontrées.
Par la suite nous présentons quelques observations et conclusions, qui ne sont de loin pas exhaustives mais donnent quelques pistes de réflexion pour l’avenir.

Le génocide, les évènements et guerres au Rwanda, au Burundi et dans toute la Région des Grands Lacs sont régulièrement à la une des médias. De nombreux centres de recherche, des organisations des droits humains, les coopérations internationales dans plusieurs pays se
penchent sur des questions d’actualité et du passé et souvent ils proposent des stratégies, font des recommandations etc. Ces analyses sont d’une valeur très inégale. A part des organisations d’une renommée reconnue, très peu respectent la déontologie exigée surtout dans des situations qui peuvent, suivant les stratégies adoptées, aggraver les conflits et les
souffrances ou contribuer à la résolution des conflits.
Pour ne pas tomber dans ce piège, il nous semble très important de se mettre à l’écoute des personnes, comprendre leurs vécus, leurs souffrances et leurs volontés de surmonter les obstacles et d’envisager un avenir meilleur. Il faut comprendre l’histoire récente et ancienne de la région sous tous ses angles, faire une lecture critique de historiographie des sociétés,
la mettre en rapport avec les traditions orales et analyser les mobiles qui ont contribué à des guerres et au génocide.
Les jeunes qui représentent la grande majorité des sociétés sont les piliers pour la construction de l’avenir, leur compréhension du passé, leurs visions et actions sont primordiales. Sans les écouter et appuyer ceux et celles qui s’engagent pour des alternatives pacifiques – tout effort restera vain.
Les activités réalisées par les associations et institutions au Rwanda, au Burundi, en Allemagne et ailleurs sont multiples : séminaires, débats et échanges entre jeunes,
manifestations culturelles, caravanes de la paix, cordons de la paix, travail dans les écoles et centres des jeunes, encadrement des rescapés, interventions psychosociales, éducation à la paix par les médias, etc.
La démarche méthodologique pour mener les interviews et les séminaires, adaptée aux interlocuteurs, a été bien acceptée. Ceci a été facilité par le fait que la majorité des
partenaires connaissaient déjà l’association Imbuto. De plus, des recherches sur l’internet ont aidé Imbuto à s’approprier rapidement les initiatives et projets de certaines institutions (aussi bien en ce qui concerne les politiques nationales que des institutions internationales).
Une bonne connaissance de l’histoire de la Région des Grands Lacs et des évolutions récentes avec toutes les implications que ceci comporte a été d’une grande utilité.
Nous avons pu prendre connaissance des principaux objectifs, réalisations, forces et défis des nombreux acteurs et actrices.
La durée des interviews était entre une et deux heures.

Pour les 3 séminaires réalisés, la majorité des participant(e)s confirment que la durée des séminaires était très courte, il est recommandé de prolonger de tels séminaires à 4 ou 5 jours. De plus, il s’avère nécessaire de
travailler dans la continuité pour que le processus déclenché puisse avancer.
Des nouveaux horizons se sont ouverts pour les participants, l’estime de soi s’est renforcé – parce que chacun(e) a pu s’exprimer librement sans aucune discrimination. L’apport fourni par une organisation venant de l’Allemagne a été très apprécié, il contribue à ouvrir d’autres horizons et à partager les expériences d’ailleurs.

Les objectifs que l’Institut de Recherche et de Dialogue pour la Paix – IRDP, Kigali, s’est donnés est une bonne orientation pour ce travail « Promotion de la Paix ».
Pour la résolution des conflits au Rwanda, l’IRDP propose de prendre en considération :

  • La bonne gouvernance
  • Les principes universels de démocratie adaptés au Rwanda
  • La reconstruction de la société, il faut réapprendre comment vivre sur la même
    colline.
  • La répartition de la richesse et de la pauvreté. Pour sortir de la pauvreté, il faut
    assurer une bonne éducation.
  • Le respect des droits humains est essentiel pour la réussite de la réconciliation.
  • Le rôle des média qui a était néfaste est à prendre en considération.
  • La motivation et les objectifs des jeunes.

    Les rencontres réalisées ont montré : Tous et toutes que nous avons rencontrés ont un très haut degré de motivation de s’engager pour améliorer leur vie et les relations avec l’autrui.
    Beaucoup d’importance est donnée à l’éducation, à apprendre, se faire former, d’acquérir de nouvelles compétences. On veut apprendre des autres, aussi des jeunes d’autres régions, de
    l’Europe et d’ailleurs, savoir comment d’autres ont pu résoudre des conflits, comment on
    peut construire un meilleur avenir après un génocide. Il faut surpasser le vécu – sans
    oublier !
    Pour arriver à la paix, il est urgent d’améliorer la situation économique.
    Pour envisager la paix, la solidarité, la tolérance, l’estime de soi, la résolution des conflits et
    l’orientation vers l’avenir, qui doit absolument être meilleur que le passé, sont d’une grande
    importance.
    Le temps perdu pendant la guerre est ressenti comme un grand défi. Les forces destructrices
    des jeunes doivent et peuvent être reconverties dans des forces constructives.
    Les jeunes sont conscients qu’il y ait de nombreux obstacles qu’il faut encore surmonter :
    rendre justice, faire sortir les vérités, reconnaître les souffrances de l’autre, reconnaître la
    culpabilité et admettre les faits, faire guérir les traumatismes. Il faut redonner un sens à la
    vie.
    De plus, nombreux sont ceux qui soulignent la lutte contre le SIDA.
    Ces motivations positives sont des forces des jeunes à soutenir par tous les moyens.
    Réflexions sur le plan individuel
    Partir de ses propres expériences est important, le propre vécu ne peut pas être dénié.
    Chaque personne au Rwanda, au Burundi et au Congo a son histoire personnelle qui doit
    être prise en compte. Presque tous se considèrent comme des victimes, victime du génocide,
    des massacres, de l’exil, de la persécution, de l’injustice etc. Un nombre de personnes très
    élevé, surtout des filles/ orphelines, est traumatisé, d’autres ont des séquelles physiques qui
    les empêchent par exemple de poursuivre les études.
    Reconnaître le mal et rendre justice, faire guérir les blessures subies, gagner la santé
    mentale est un objectif primordial. Un regard rétrospectif et introspectif peut être très utile à
    cet effet.

    Reconnaître que chacun/e a de multiples identités ouvre de nouvelles pistes de voir sa
    propre personnalité. Les identités des membres d’un groupe peuvent être complémentaires.
    La diversité est une richesse et ne doit pas devenir source de conflits. Ainsi, on sort de
    l’image de l’autre qui fait peur.
    Reconnaître les identités individuelles est nécessaire pour pouvoir développer des stratégies
    pour créer un bien-être, aussi bien pour soi-même que par rapport à l’autre.
    Les jeunes ont besoin de s’exprimer sur le vécu et sur leurs projets. Il faut se faire entendre
    et écouter l’autre. Des bonnes relations avec l’autrui sont considérées essentielles pour
    l’individu.
    Pour plusieurs personnes la croyance en Dieu est très importante pour trouver la paix.
    Réflexions sur le plan social
    On est conscient qu’il faut vivre ensemble, sur la même colline. Il faut réparer le tissu social
    qui a été déchiré. Il faut combler le vide qui a été créé par la perte des leurs. Des possibilités
    de faire le travail de deuil sont nécessaires pour la guérison. Commémorer les morts pour
    leur rendre la dignité peut contribuer à la réconciliation.
    Prévenir les crises de retraumatisation, des flash-back des rescapés et les soutenir sur les
    plans moral et psychologique contribue à recouvrer leur dignité et à améliorer leur bien-être.
    Des jeunes rescapés qui ont perdu leur famille essayent de constituer une nouvelle famille,
    ils/ elles veulent créer une « normalité ».
    Les familles des accusés de génocide ont besoin d’un appui psychosocial. Il ne faut pas juger
    les jeunes sur les actes que leurs parents ont commis.
    La lutte contre les idées négativistes et contre la négation du génocide est importante pour
    la prévention d’autres conflits.
    Le travail sur le bien-être individuel et par rapport à l’autrui a montré que la prise de
    connaissance de ses attitudes et convictions est éclairante pour comprendre qu’est-ce que la
    PAIX veut et peut dire et comment on peut s’approprier et mettre en valeur ce concept assez
    abstrait.
    La réflexion sur le soi et les relations avec l’autrui aide à s’approprier son propre vécu,
    comprendre l’autre et, par la suite, développer des projets communs. Ainsi, on devient sujet
    de son histoire et sort de l’état d’être une victime.
    L’unité et la réconciliation
    Plusieurs personnes ont souligné qu’il faut l’amour et les amitiés, la tolérance, la solidarité, le
    partage des expériences, le courage, l’ouverture à de différentes cultures. Une culture de
    compassion doit être restaurée. Développer des visions ensemble peut aider à créer un
    nouvel avenir, arriver à la paix intérieure et extérieure est un processus perpétuel sur lequel
    il faut travailler.
    Chaque personne et institution peut contribuer à l’édifice de l’avenir, les professionnels
    comme les psychologues cliniciens et les thérapeutes, les rescapés, les ex-enfants soldats Kadogo, les victimes des guerres, les institutions judiciaires, les associations comme les guides et les scouts, les instituts de recherche et de dialogue, les médias, les écoles,
    universités et centres des jeunes. Le potentiel est énorme.
    L’objectif visé est l’unité du peuple et la réconciliation. Pour s’approcher à cette finalité qui
    reste un processus perpétuel, il faut créer des alliances de la paix, organiser des échanges à
    l’intérieur des pays et avec les pays voisins et apprendre des expériences d’ailleurs. Ainsi, la
    mise en réseau peut renforcer les actions et avoir des effets plus importants.
    Il est nécessaire de vérifier si toutes ces actions contribuent aux objectifs ciblés, l’évaluation
    des impacts et effets, par un suivi et un accompagnement permanent s’impose. Et ceci pour
    éviter que de nouveaux conflits naissent et que les bonnes volontés et l’engagement sont détournées à d’autres fins. Nous souhaitons beaucoup de courage à tous et à toutes !
    Collaboration:
  • Youth organisations in Europe and Africa
  • Association des Etudiants en Psychologie,
    UNR, MEMOS, Rwanda – Burundi
  • GTZ, EU-Youth, IFA – Auswärtiges Amt,
    Evangelischer Entwicklungsdienst,
    Katholischer Fonds, Stiftung Umverteilen …

Chemins vers la PAIX | Wege zum Frieden

Voneinander lernen – nach der Shoa in Europa und dem Genozid in Rwanda

02.08. – 10.08.2006
35112 Fronhausen-Bellnhausen
Imbuto e.V.

Training zu Projektmanagement und Moderationstechniken
Team: Alle Teilnehmenden aus Belgien, Frankreich, Deutschland

Ziel des Trainings ist, die Kompetenzen der Teilnehmenden in den Bereichen: Projektmanagement, Moderation und Evaluation zu erhöhen.
Zur Übung eines Projekts wird das Seminar selbst mit der Planung einer öffentlichen Veranstaltung gewählt, die zum Schluß durchgeführt wird.
Inhalte sind u.a. die Erfahrungen in den Begegnungsprogrammen in Rwanda.
Am 8.08.2006 empfangen wir die Gäste im Dorfgemeinschaftshaus Bellnhausen. Die fünfzehn Personen aus der Region sind sehr interessiert, es gibt lange und intensive Gespräche über die Situation in Rwanda und die Aktivitäten der jungen Leute in Europa und in Rwanda.

Zur Dokumentation in Französisch

Voneinander lernen | Apprendre des uns et des autres | Learning from experiences | Internationale Begegnungen in Rwanda

09. – 12.12.2005 in 35112 Fronhausen
13.12. – 27.12.2005 in Rwanda
Imbuto e.V. & AECPSM & MEMOS Rwanda & weitere Vereine in Rwanda
Sprachen: Englisch, Französisch, Kinyarwanda, Deutsch

Vorbereitung: 09.-12.12.2005, Fronhausen
Während der Vorbereitung für das Programm in Rwanda haben wir bisher diskutierte Themen aufgegriffen.
Einige Inhalte und unsere Erfahrungen wurden als Angebote für Vorträge während des Austauschs in Rwanda aufbereitet und in Englisch und Französisch übersetzt:

  • Methoden der Förderung von Dialog
  • Gerechtigkeit, Vergebung, Wahrheit, Frieden, Versöhnung
  • Seminar in Berlin 2005
  • die Shoa
  • Religion in Rwanda
  • Darstellung von Imbuto.

Ein Mitglied von AEPCSM – Rwanda, Lydia Twibanire-Benninghofen, berichtet über die Situation von Studierenden in Rwanda, die Arbeit des Vereins und den 1999 nach dem Genozid gegründeten Studiengang „Klinische Psychologie“.
Wir diskutieren ausführlich über den emotional äußerst schwierigen Umgang mit der Vergangenheit, die psychischen Reaktionen und die Unfähigkeit, darüber zu sprechen. Weiterhin sind Themen: Gesundheit, AIDS, soziale Beziehungen, Verhältnis von Reich und Arm in Rwanda.

Austausch in Rwanda Programm 13.12. – 27.12.2005
Nach der Vorbereitung reisen wir nach Rwanda.
Das Programm ist dicht gedrängt. Es besteht aus vier Blöcken, die als Seminare mit jeweils unterschiedlichen Teilnehmenden durchgeführt werden.

14.-15.12.2005 in Kigali

Teilnehmende: 30 Vertreter*innen von Vereinen junger Leute aus Burundi, Rwanda, Uganda und Kenya, die am internationalen Peace Camp in Rwanda teilgenommen haben, und Imbuto.

Themen

  • Vorstellung der Vereine: Motivation, Aktivitäten, Resultate
  • Auswertung der Ergebnisse des Peace Camps
  • Imbuto: Lernerfahrungen aus den Seminaren 2004/2005
  • Imbuto: Geschichte und Ablauf des Holocaust
  • Prävention von Genozid, Ursachen von Konflikten, Holocaust und Genozid, Rolle der internationalen Gemeinschaft.

Der inhaltliche Austausch und das Niveau der Diskussionen werden als sehr gut bezeichnet. Es wird gewünscht, dass der Austausch zwischen den Ländern intensiviert, Trainingsmaßnahmen über Methoden der Konfliktlösung durchgeführt sowie networking für Friedensförderung unterstützt werden.
Zudem bitten einige Teilnehmende, Imbuto möge Zweigstellen in ihren Ländern aufbauen.

16.-18.12.2005 in Butare – Huye

Seminar mit der „Association des Etudiants en Psychologie Clinique et pour la Santé Mentale – AEPCSM“, Nationale Universität Rwanda, Butare, 16 Teilnehmer*innen und ein Hochschullehrer.

Themen

  • Die Rolle der Klinischen Psychologie, Geschichte, Theorien und Anwendung, psychosoziale Arbeit in Rwanda
  • Traumatisierung, Retraumatisierung und Verarbeitung nach Genozid und Holocaust, Flucht, Exil, psychosoziale Arbeit und Heilungsprozesse
  • Ansätze und Methoden der beiden Vereine, Möglichkeiten der Partnerschaft

Imbuto ist die erste Organisation, mit der AEPCSM ein Begegnungsprogramm organisiert. Die Studierenden sind sehr an Erfahrungen bezüglich Methoden und Ansätzen aus Deutschland und anderen Ländern in der psychologischen Begleitung von Traumatisierten, Opfern und Tätern sowie an psychosozialer Arbeit interessiert. Sie wünschen, dass Imbuto sie bei der Suche nach Materialien, Austausch, Studienprogrammen, Kontakten mit Institutionen unterstützt.

18.12.-21.12.2005 in Kibuye

Seminar mit MEMOS Rwanda und RUYAAC – Rwanda Union of Youth Affected by Armed Conflicts (ehemalige Kindersoldaten – Kadogo) sowie Tubeho n’ejo, Kibuye (Verein von jungen Überlebenden in Kibuye).
Mit Unterstützung des Gouverneurs von Kibuye wird, als Beitrag zur Anerkennung des Genozids und als Solidarität mit den Opfern, zusammen mit MEMOS und Tubeho n’ejo ein Massengrab von Unkraut gereinigt (Umuganda).

Anschließend besuchen wir das Memorial von Bisesero, wo von Mai bis Juni 1994 ca. 50.000 Personen ermordet wurden. Überlebende berichteten vom Ablauf des Genozids, über den Widerstand der Bevölkerung und die Rolle der französischen UN-Truppe „Turquoise“.

Themen

  • Die Arbeit von MEMOS
  • Die Arbeit von RUYAAC, Verein von ehemaligen Kindersoldaten
  • Die Dialogmethode von Prof. Dan Bar-On, Israel
  • Umgang mit der Vergangenheit in Deutschland, Nazismus, Rechtsradikalismus, Rolle von Regierung und Zivilgesellschaft, Fragen von Identitätsbildung
  • Erinnerungs- und Gedenkkultur, Retraumatisierung

Die Begegnungen sind sehr intensiv. Einen breiten Raum nehmen ein:

  • Der Umgang mit der Vergangenheit in Deutschland
  • der Umgang mit Opfern und Tätern
  • die Prävention von Konflikten und von Extremismus
  • Förderung von Dialog
  • die Gedenkkultur in Rwanda, die zu massenweisen Retraumatisierungen führt (z.B. durch Ausstellen von Skelettteilen, Ausgraben der Toten und Waschen der Gebeine durch Familienangehörige und wieder beerdigen).

22.12.2005-27.12.2005 in Kigali

Zusammen mit AEPCSM und MEMOS besuchen wir das Memorial in Kigali-Gisozi. In kleinen Kreisen finden viele Gespräche über das Gehörte und Gesehene statt, über Gedenken und Heilung, Methoden der Konfliktlösung und Dialogförderung.
Zum Abschluss erfolgt eine umfassende Auswertung des Programms.

Nun haben die Teilnehmenden aus Europa Gelegenheit, die Hauptstadt kennen zu lernen und sich – nach den psychisch wie physisch sehr anstrengenden Tagen – ein wenig zu entspannen.
Zudem folgen wir gerne der Einladung unserer Koordinatorin, gemeinsam in Remera Weihnachten zu feiern.

Zum Abschluss evaluieren wir das Programm und arbeiten an der Dokumentation. Der Austausch geht weiter.
Mit sehr viel emotionalem Gepäck reist die Imbuto-Gruppe zurück nach Deutschland. Die „Friedensreise“ geht dort weiter.

Teamer*innen/ Koordination

Rutayisire Aristide, AEPCSM; Niwemutoni Xavérine, Imbuto; Schürings Hildegard, Imbuto; Schops Burkhard, Imbuto, Fronhausen; Higiro Issa, MEMOS; Minani Théophile, MEMOS Rwanda

Zusammenfassung des Programms in Deutsch, Englisch und Französisch …

Imbuto hat im Rahmen dieses Projekts im Jahr 2005 insgesamt drei Seminare zu dem Thema durchgeführt, die umfassend in Deutsch und Französisch dokumentiert sind:
– Projektmanagement und Moderation
– Zukunft gestalten – nach dem Holocaust in Europa und dem Völkermord in Rwanda
– Perspektiven entwickeln – Frieden gestalten – Gespräche mit Politiker*innen und Akteur*innen der Friedensförderung.

Der Bericht dokumentiert das Austauschprogramm Dezember 2005 der Vereine AEPCSM (Association des Etudiants en Psychologie Clinique et pour la Santé Mentale, Nationale Universität von Rwanda), Imbuto e.V., Deutschland, sowie MEMOS, Rwanda.

Ein zweitägiges Seminar mit Teilnehmer*innen aus Burundi, Kenya, Uganda und Rwanda des Internationalen Peace Camps findet in Kigali statt.
Wir führen Gespräche mit dem Verein „RUYAAC – Rwanda Union of Youth Affected by Armed Conflicts“ sowie der Gruppe der Überlebenden von Kibuye „Forum tuzabeho n’ejo”.

Alle Gruppen arbeiten in den Bereichen Friedensförderung und Aufarbeitung des Völkermords und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Rwanda.

Das gemeinsame Projekt hat zum Ziel, aus Erfahrungen anderer zu lernen:

  • Wie wurde die Shoa aufgearbeitet?
  • Was wurde im Hinblick auf Schuldanerkennung, Wahrheitsfindung, Vergebung und Versöhnung getan?
  • Wie kann man der Opfer würdig gedenken und zu Heilungsprozessen der Überlebenden beitragen?
  • Welche Prozesse sind in den jeweiligen Gesellschaften zu beobachten?
  • Wie gehen wir heute in Europa mit Rassismus und Nationalismus um?
  • Wie sieht die Situation in Rwanda aus, wo gibt es Ähnlichkeiten und Unterschiede?

Viele dieser Fragen wurden intensiv diskutiert. Das Programm wurde in Deutschland wie in Rwanda von allen Beteiligten vorbereitet.

Die Dokumentation ist vorrangig zweisprachig, in Englisch und Französisch (teilweise auch in Deutsch), dies sind die Sprachen, die wir in Rwanda genutzt haben. Für jeden Tag sind zwei Personen für die Protokolle zuständig. Es handelt sich bei den jeweiligen Fassungen also um originäre Berichte, die keine Übersetzungen sind, sondern jeweils das beinhalten, was dem/ der Protokollant*in wichtig war und somit nicht immer genau inhaltsgleich sind.

Wir wünschen eine aufmerksame Lektüre!

Summary

The following report is a documentation of an exchange programme of three associations: AEPCSM (Association des Etudiants en Psychologie Clinique et pour la Santé Mentale, National University of Rwanda), Imbuto – Germany, and MEMOS – Rwanda,

Rwanda. A two days seminar was organised with representatives of the International Peace Camp from Burundi, Kenya, Uganda and Rwanda. We had also meetings with the association „RUYAAC – Rwanda Union of Youth Affected by Armed Conflicts“ and the group of survivors in Kibuye „Forum tuzabeho n’ejo”.

The aim of the Non-governmental organisations (NGO) is promotion of peace and how to deal with the past, the genocide in Rwanda and crimes against humanity.

The objective of the common project was to learn from experiences from others. How we deal with the Shoah, what was done about confession, truth finding, forgiveness and reconciliation? How commemoration can be done respecting the dignity of the victims and contributing to the healing of survivors? Which processes are going on and how we deal today in Europe with racism and nationalism? What is the situation in Rwanda, what is common and what is different? A lot of these questions arised during the exchange in Rwanda. The programme was intensively prepared in Germany as well as in Rwanda.

In 2005 Imbuto has organised three seminars in Germany on the same topic, which are well documented in German and in French.

This documentation of the exchange programme is mostly in English and in French (some parts in German), the languages we spoke in Rwanda.
Every day two persons were responsible for the minutes of the venues. Therefore, the reports in the two languages are not always the same; the content reflects the importance that the rapporteur gave to the activities, contents and discussions. For this reason, the documents are not coextensive.

We wish you an attentive reading!

Résumé

Ce rapport est une documentation du programme d’échanges de trois associations : AEPCSM (Association des Etudiants en Psychologie Clinique et pour la Santé Mentale, Université Nationale du Rwanda), Imbuto, Allemagne, et MEMOS Rwanda.

De plus, un séminaire de deux jours fut organisé avec des représentants de plusieurs associations du Burundi, du Kenya, de l’Uganda et du Rwanda, ayant participé au Peace Camp International à Kigali.
Et, des entretiens furent menés avec l’association „RUYAAC – Rwanda Union of Youth Affected by Armed Conflicts“ et le groupe de rescapés à Kibuye „Forum tuzabeho n’ejo”.

Les objectifs des associations visent la promotion de la paix et comment gérer les effets du génocide et des crimes contre l’humanité commis au Rwanda.

Ce projet a comme objectif d’apprendre des expériences des autres. Qu’est-ce qu’on a fait après la Shoa, comment arriver aux aveux de culpabilité, comment trouver la vérité, le pardon et comment se réconcilier ? Comment on peut commémorer et rendre la dignité aux victimes et comment aider à la guérison des rescapés ? Quels processus sont à observer dans les sociétés concernées et comment nous gérons aujourd’hui en Europe le racisme et le nationalisme ? Quelle est la situation au Rwanda, quelles sont les ressemblances et les différences ? De nombreuses questions ont été soulevées durant l’échange.

Le programme a été préparé en Allemagne et au Rwanda par tous les concernés.

En 2005, Imbuto a organisé trois séminaires sur le même thème. La documentation en allemand et en français.
– Le management des projets et la facilitation
– « Construire l’avenir » – après l’holocauste en Europe et le génocide au Rwanda
– « Développer des perspectives – construire la paix » – Echanges avec des acteurs politiques et des promoteurs de la paix.

Cette documentation est rédigée en Anglais et en Français (quelques parties aussi en Allemand), les langues utilisées au Rwanda. Pour chaque jour, deux personnes étaient responsables pour la rédaction des comptes-rendus. C’est ainsi que les rapports ne sont pas équivalents. Ils ne sont pas de traductions, mais reflètent l’importance que les rapporteurs ont donnée aux activités réalisées, aux contenus et débats.

Nous vous souhaitons une lecture attentive !

Award

Zum fünfjährigen Bestehen des Programms ZIVIK – Zivile Konfliktbearbeitung hat das Institut für Auslandsbeziehungen, IFA, Berlin das Buch: „Frieden und Zivilgesellschaft – Fünf Jahre Förderprogramm Zivile Konfliktbearbeitung“ Wochenschau Verlag Schwalbach herausgegeben.

Unser Projekt Imbuto – MEMOS – AEPCSM:

„Voneinander lernen – nach dem Holocaust in Europa – nach dem Genozid in Rwanda: Ein Leben nach dem Tod ist möglich“ 2005
ist als gutes Beispiel – Good Practice ausgezeichnet!

www.ifa.de

Wir danken ALLEN für die gute Zusammenarbeit und Unterstützung der Ziele von Imbuto e.V.

Programm: Voneinander lernen – nach der Shoa in Europa und dem Genozid in Rwanda 2005

Das Programm 2005 knüpft an die Lernerfahrungen der Jahre 2003/ 2004 an:

  • Jugendbegegnungen in Rwanda 2003
  • Seminar zu Frieden und Versöhnung Ardèche 2004
  • Jugend für eine tolerante Gesellschaft
  • Studienreise Gedenkpädagogik mit MEMOS-Rwanda in Deutschland 2004.

Der Höhepunkt ist das Begegnungsprogramm mit Jugendorganisationen in Rwanda vom 13.12.-27.12.2005.
Die vorbereitenden Seminare fanden statt in
Fronhausen (09.-12.12.2005),
Belgien (September 2005),
Berlin (28.09.-03.10.2005),
Fronhausen und Frankfurt (28.07.- 10.08.2005) statt.

Zum Seminar im Sommer in Fronhausen haben wir Prof. Dan Bar-On, ein international renommierter Psychologe aus Israel, eingeladen. Zweidrittel der Teilnehmer*innen sind rwandischer Herkunft und haben Rwanda 1994 während oder nach dem Genozid verlassen.

Zukunft gestalten – Nach dem Holocaust in Europa und dem Völkermord in Rwanda |

Construire l’avenir – Après l’holocauste en Europe et le génocide au Rwanda

28.07.-10.08.2005 35112 Fronhausen, Frankfurt am Main

Imbuto e. V. in Kooperation mit:
Prof. Dan Bar-On, Université Ben Gurion à Beer-Sheva, Israel, Gabriele C. Schmitt, AK Landsynagoge Weimar-Roth – und vielen anderen

Teamer*innen: Laurence Schneider (Übersetzung Deutsch <-> Französisch), Burkhard Schops, Hildegard Schürings und Xavérine Niwemutoni (Vorbereitung in Rwanda)

Für Ende 2005 sind internationale Begegnungen zwischen Jugendlichen in Rwanda geplant. Mit diesem Seminar bereiten wir uns auf die Themen „Förderung von Dialog, Gerechtigkeit, Vergebung, Wahrheit, Frieden, Versöhnung“ vor.

Im ersten Teil werden Moderations- und Vortragstechniken sowie Methoden zur Bewertung der Kompetenzen von Teilnehmer*innen vermittelt. Im zweiten Teil werden die erlernten Fähigkeiten praktisch angewendet.

Ziel des zweiten Teils ist, mehr zu lernen über

  • das Leben der jüdischen Bevölkerung in Europa vor und während des Holocausts
  • die Vernichtung der jüdischen Bevölkerung
  • Formen des Erinnerns und Gedenkens sowie
  • Methoden der Förderung von Dialog und Frieden.

Die zentrale Frage lautet:
Wie können Jugendliche einen Beitrag zur Entwicklung einer Kultur des Friedens leisten, mit allem was hierfür wichtig ist: Respekt vor sich selbst und anderen, Anerkennung von Rechten und Pflichten eines jeden, Toleranz, friedliche Wege der Konfliktlösung sowie Konfliktprävention, Verantwortungsbewusstsein und ein diesen Zielen würdiges Verhalten.

Das Seminar vermittelt Wissen, stärkt die Kompetenzen der jungen Leute und ermutigt sie, im Hinblick auf Friedensförderung aktiv zu werden. Dies wird dann in Dialogprozesse in Rwanda eingebracht. Somit ist es ein Beitrag, die Debatten über Konfliktlösung, Förderung von Friedensprozessen, Kultur des Erinnerns zu qualifizieren und Prozesse der Heilung zu unterstützen.

Themen

  • Spurensuche: Besuch der Landsynagoge und des jüdischen Friedhofs in Roth (Weimar, Hessen) mit Gabriele Schmitt; aufgezeichnetes Interview von G. Schmitt mit der Überlebenden des Holocaust, Trudi Meyer, geb. Löwenstein, die in Fronhausen geboren ist. Während des Zweiten Weltkrieges wurde sie zusammen mit ihrer Schwester Jenny in das Ghetto in Riga (Litauen) deportiert.
  • 1945 kehren die Schwestern zurück nach Fronhausen. Beide emigrieren 1946 in die USA. Die Teilnehmenden des Seminars, mehrere geflüchtet während des Genozids, haben ihr einen Brief und Fotos geschickt, über die sie sich sehr gefreut hat.
    So lassen sich geglaubte Vergangenheit und Gegenwart verbinden. Die Schwester Jenny ist im Februar 2006 gestorben.
  • Zur Geschichte und Ablauf des Holocaust: Besuch des Jüdischen Museums, des ehemaligen jüdischen Ghettos, des Friedhofs, der Mauer der Erinnerung und von „Stolpersteinen“ in Frankfurt am Main.

Während des Seminars erarbeiten die Teilnehmenden Beiträge zu:

  • Geschichte des Holocaust
  • was Jugendliche in verschiedenen Ländern über den Holocaust gelernt haben
  • traditionelle Religion in Rwanda
  • Geschichte von Rwanda
  • zum Leben, theoretischen Konzept und der Arbeit von Prof. Dan Bar-On, Israel.

Zudem gibt es neben den alltäglichen Aufgaben Übungen und Debatten zu Themen wie Vorurteile und Rassismus.

Zu Vorurteilen entdecken wir, dass diese sehr zahlreich sind …

Eine Übung zum Thema Vorurteile …

Complétez les phrases suivantes avec des adjectifs :

Vervollständigt die Sätze mit Adjektiven:

  • Lehrer sind/ Les profs sont oft überfordert, compréhensif, attentifs, compétents, diskutierfreudig, graves, chiants, besserwisserisch, méchant, intelligents, alt, altmodisch,
  • Jungen sind/ Les garçons sont sportlich, bruyants, dumm, angeberisch, laut, unsicher, aggressiv, réalistes, cool, sensibler als man denkt, violents, gentils, sportbegeistert, forts, gentils
  • Frauen sind/ Les femmes sont sportlich, gentilles, intelligentes, einfühlsamer, sages, belles, toll, belles, capricieuses, wichtig, zickig, oberflächlich, belles
  • Homosexuelle sind/ Les Homosexuels sont schön, gays, tuntig, zickig, schwach, très amoureux, cool, vorurteilsbelastet, opprimés, gays, gute Freunde, bizarres, bizarre
  • Beamte sind/ Les fonctionnaires sont gründlich, ponctuels, riches, bürokratisch, ennuyeux, fatigués, langsam, cons, fatigués, träge, stur, faul, arrogant, fatigués
  • Deutsche sind/ Les Allemands sont streng, chaleureux, ordentlich, kleinkariert, humorlos, fleißig, sympas, très sérieux, parlent fort, pünktlich, bizarres, gentils et propres
  • Franzosen sind/ Les Français sont freundlich, vantards, Weinliebhaber, bruyants, vantards, gemütlich, cons, très très sympas, arrogant, ins Essen verliebt, selbstverliebt, accueillants
  • Belgier sind/ Les Belges sont lustig, froid, lahm, Pommesfresser, gemütlich, mous et Gourmands, gros, berühmt für Pommes, gourmands, alcooliques (bière) et bêtes, sprachbegabt, Europäer, compliqués, méchants
  • Afrikaner sind/ Les Africains sont lents, pauvres, chaleureux, en danger, offen, beaux et bruyant, généreux, arm, chaotisch, unfähig,
  • Zigeuner sind/ Les gitanes sont interessant, belles, diebisch, verlogen, arm, des danseurs, unterwegs, nomades, un peuple que je ne connais pas, musikalisch,
  • Rwander sind/ Les Rwandais sont nett, fiers, paresseux, gemütlicher, bavards, lents et hypocrites, gastfreundlich, arm,
  • Moslems sind/ Les musulmans sont disciplinés, radikal, patriarchialisch, intolerant,  Kamikazes, barbus, nicht alle fundamentalistisch, rien de spécial, susceptibles,
  • Türken sind/ Les turcqs sont travailleurs, temperamentvoller, chanceux, konservativ, forts, faul, petits
  • Behinderte sind/ Les handicapés sont, courageux, lästig, überempfindlich, benachteiligt, malheureux, handicapés, anders, oubliés, courageux, tristes, calmes
  • Russen sind/ Les russes sont beaux, Wodkatrinker, alcooliques, fou, trinkfest, fous, très alcooliques, dumm, trinkfest, korrupt,
  • Christen sind/ Les chrétiens sont indisciplinés, überheblich, heuchlerisch, liberal, fous, expandierend, missionierend, rien de spécial, calme (à force de trop réfléchir), croyants, tolérant
  • Amerikaner sind/ Les Américains sont croyants, stylés, oberflächiger, excessifs, dangereux, uninformiert, seuls, orgueilleux, anstrengend, Imperialisten,
  • Mädchen sind/ Les filles sont süß, curieuses, fleißig, zimperlich, klug, cool, cool, albern, captivantes, douces, jolies,
  • Weiße sind/ Les Blancs sont weiß, blancs, plutôt bronzés en ce moment, rien de spécial, nicht schwarz, blancs, égoïstes (pas tous), weiß, überheblich.

Gemeinsam werten wir die Ergebnisse aus mit der Bewertung: positiv, neutral oder negativ. Wir diskutieren, woher die Vorurteile kommen, ob sie einen Sinn haben und wie man ihnen begegnen kann.

  • Vortrag, Film und Debatte mit Professor Dan Bar-On, Psychologe aus Israel zu „Förderung des Dialogs zwischen Kindern der Opfer des Holocaust und Kindern der Täter“, Gespräche mit Jugendlichen aus Rwanda.

In einer öffentlichen Veranstaltung in Fronhausen stellen die Jugendlichen die Arbeit von Imbuto vor. Dan Bar-On berichtet über seine Arbeit mit dem Ansatz „To Reflect and Trust – TRT“.
H. Schürings hat von 2006-2008 am internationalen „Dan Bar-On Dialogue Training – Storytelling in Conflict“ bei der Körberstiftung in Hamburg teilgenommen.

Prof. Dan-Bar On, dessen Eltern 1933 aus Nazi-Deutschland emigrierten, hat ab 1987 zahlreiche Forschungen zu Kindern der Täter – Kindern der Opfer in Westdeutschland durchgeführt und Dialogprogramme gefördert.

Die ca. 35 Gäste aus Hessen sind beeindruckt von den Berichten der Jugendlichen und dem Gespräch mit Dan Bar-On. Beim anschließenden Empfang gibt es intensive Diskussionen, und Dan Bar-On signiert seine Bücher.
2008 ist Dan gestorben. Dan, danke für ALLES! RIP

Fragen der Jugendlichen an Prof. Dan Bar-On … in Deutsch und Französisch

Fragen der Jugendlichen an Dan Bar-On:

Motivation (Johanna + Tchika)

• Persönliche Motivation, um sich mit dem Problem zu beschäftigen.

• Qu’est-ce qui vous a poussé à entreprendre ce travail?

• Was waren seine Überlegungen diese Studie zu beginnen?

• Lorsqu’on vous a déconseillé de ne pas commencer votre travail avec les enfants des participants aux massacres des juifs, qu’est-ce qui vous a donné le courage de continuer?

• Qu’est-ce qui vous avez poussé à choisir cette expérience, ce sujet? Est-ce que seules vos origines ont joué un rôle dans ce choix?

• Wieso die Autobiographie?

• Wie geht er mit Unversöhnlichen um? Fühlt er dann manchmal Wut, Hilflosigkeit, Mutlosigkeit?

• Qu’est-ce qui vous a poussé à faire une étude sur les descendants des bourreaux et des victimes?

• Was haben Sie in der Schule über den Holocaust gelernt?

Methode (Arne, Marie Reine, Sang-Min)

• How much training for the facilitator? Who looks after the mental health of the facilitator?

• Wenn so wenige bereit zu einem Dialog waren, wie schätzen Sie die Chance für eine

dauerhafte Verständigung ein?

• Wie groß ist das Risiko, bei Gruppentreffen jemanden emotional zu verletzen und nachhaltig zu schädigen?

• Welche besonderen Schwierigkeiten macht die Verarbeitung von kollektiven Traumata im Gegensatz zu individuellen Traumata?

• Wie jung sind seine jüngsten Gesprächspartner? Hat er auch schon mit Kindern gearbeitet?

• Auf welche Weisen schaffen Sie Vertrauen zwischen den Mitgliedern der Dialoggruppen? („Vertrauensspaziergang“)

• Pourquoi avoir choisi ces moyens là pour arriver à la paix?

• Wie wichtig ist Strafverfolgung? Wie sollte sie den Dialog ergänzen?

• Wie zieht man ein „Dialoggespräch“ auf? -> Basisregeln.

Verhältnis Opfer und Täter – Relations Victimes- Bourreaux (Laurence, Sylvie, Jean- Jacques)

• La communication entre les enfants des victimes et des bourreaux.

• Qu’est qui a fait que la rencontre entre les enfants des victimes et les enfants des bourreaux soit une réussite.

• Est-ce que toutes les personnes que vous avez interviewées ont réagi positivement?

• Le fait que les enfants ou neveux des bourreaux de l’holocauste se soient confiés à vous ne leur a pas posé des problèmes dans le reste de leur famille?

• Gibt es in den Dialoggruppen Tabuthemen und wenn ja, wie findet man die heraus?

• Les souffrances des victimes et des bourreaux?

• Leur pardon? Vergebung?

• Wie sehen Sie das Verhältnis von persönlicher Biographie und offizieller Geschichtsschreibung?

Was tun, wenn beides einander widerspricht?

• Welche besonderen Wege und Methoden haben Sie benutzt, um so einen schwierigen Dialog zu gestalten?

Anwendung auf andere Konflikte ? Application à d’autres conflits? (Léandre + Serge)

• Après votre travail sur l’holocauste on vous a demandé d’utiliser votre méthode pour d’autres situations conflictuelles (Irlande, Afrique du Sud..). Avez-vous directement accepté même si vous n’aviez aucun “lien” personnel avec ces conflits?

• Le travail mené en Afrique du Sud, en Irlande et en Palestine donne-t-il des résultats?

• Wie glauben Sie, kann man ganze Gesellschaften zu einem Dialog führen, über einen kleinen Kreis hinaus, wo das Sprechen persönlicher ist?

• What can dialogue between individuals change on macro/social level?

• Quelles sont vos actions en Afrique du Sud?

• D’après vos expériences ne pouvez-vous pas faire quelque chose pour le Rwanda?

Wirkungen in Israel und Palästina? Effets en Israel- Palestine? (Sebastian + Jasmin)

• Welche Erfahrungen haben Sie persönlich in Israel gemacht? Wurde Ihr Engagement akzeptiert oder gab es feindselige Reaktionen?

• Inwiefern ist der Holocaust bei israelischen Jugendlichen heute Thema? Wie wird er dort aufgearbeitet?

• Wie wird, wurde seine Arbeit in Israel wahrgenommen und wie empfindet er dies?

• Stößt DBO auf Widerstand in Israel/Palästina, weil er für Vergebung arbeitet? (Fühlt er sich sogar bedroht?)

Perspektiven  – Perspectives (David + Johanna)

• Israel und Palästina- wie weiter? Gemeinsame Bearbeitung ihrer Geschichte?

• Mehr Informationen über PRIME und die Rolle der TRT-Therapie bei der Arbeit von PRIME.

• Was ist aus der TRT- Gruppe nach 1998 geworden?

• Holocaust und Genozid und deren Zusammenhang.

• Wie sieht Dan die aktuelle Welle von Publikationen zum Thema Deutsche als Opfer des 2. Weltkriegs? Hat er davon Kenntnis?

• Hat er sich überlegt, eine ähnliche Untersuchung mit den Kindern der Kinder von Nazi-Tätern zu machen? Wäre es sinnvoll, die Einheit beider Gruppen (Täter und Opfer) zusammen zu bringen?

• Pensez-vous que la prochaine génération israélienne et palestinienne sera plus sage que celle d’aujourd’hui.

• Est- ce que toutes ces associations œuvrant pour la paix améliorent sensiblement la situation mondiale d’après vous?

•Quelles seront d’après vous les conséquences de vos projets dans le future?

Während des Seminars gab es Übungen, z.B. zu Vorurteilen und den beliebten Vertrauensspaziergang.

Die langen Abende waren gefüllt mit Gesprächen zur Situation und den Zukunftsperspektiven von jungen Menschen in Rwanda. Angeregt durch den Film von Pierrot Raschdorff, Mitglied von Imbuto, zu „10 Jahre Genozid in Rwanda – Vergeben, Vergessen und danach…“, 2004.

Alle Teilnehmenden sind sehr zufrieden mit dem Seminar. Sie haben viel gelernt, über sich selbst, den Holocaust, Methoden der Friedensförderung und Aufarbeitung der Vergangenheit.

Besonders intensiv war der Austausch mit Dan-Bar-On. Dan war beeindruckt von den Beiträgen der Jugendlichen, ihrem hohen Reflektionsniveau und auch über die Erfahrungen – Zeugen und Opfer eines Genozids zu sein und sich viele Fragen zu stellen.

Das Seminar ist umfassend in Deutsch und in Französisch mit der Evaluation dokumentiert.

Perspektiven entwickeln – Frieden gestalten | Développer des perspectives – construire la paix

– Gespräche mit Politiker*innen und Akteur*innen der Friedensförderung Échanges avec des acteurs politiques et des promoteurs de la paix
28.09.-03.10.2005 Imbuto e.V. Berlin

Referent*innen:
Carola Leah Czollek, Alice Salomon Fachhochschule Berlin
Andreas Rosen, Sinani, Südafrika; Stiftung Nord-Süd-Brücken
Anja Witzel, Aktion Sühnezeichen
Tania Freiin von Uslar-Gleichen; Auswärtiges Amt

Das Seminar ist eine Fortsetzung des Programms „Zukunft gestalten“ und eine Vorbereitung für die Studienreise nach Rwanda im Dezember 2005. Ziel des Projekts in Rwanda ist, mit Partnerorganisationen friedenspolitische Aktivitäten zu erarbeiten.
Für Teilnehmende der Studienreise in Rwanda ist es ein Pflichtseminar.

Team: Jochen Berger, Hildegard Schürings, Laurence Schneider (Übersetzung Deutsch <-> Französisch) und alle Teilnehmer*innen

Themen: Gerechtigkeit, Wahrheit, Vergebung, Verzeihung, Frieden und Versöhnung.

Programm

  • Gespräch mit Frau Freiin von Uslar-Gleichen zur Politik der Bundesregierung in der Region der Großen Seen sowie zum Aktionsplan der Bundesregierung: „Zivile Friedensförderung“ (Auswärtiges Amt)
  • Anja Witzel: Programme von „Aktion Sühnezeichen“ und ihre Arbeit als Freiwillige in Auschwitz und Polen
  • Andreas Rosen, Mitarbeiter der Nord-Süd-Brückenstiftung, berichtet über „Erfahrungen zu Dialog und Versöhnungsarbeit des Projekts SINANI, in Kwazulu-Natal, Südafrika“
  • Gespräche im Jüdischen Museum
  • Besuch des Holocaust-Denkmals
  • Besuch Bundestag
  • Vorbereitung des Austauschs 14.12. – 30.12.2005 in Rwanda.

Alle Themen wurden von den Teilnehmenden vorbereitet. Somit sind wir bei den Gesprächen gut informiert, z. B. über den Aktionsplan der Bundesregierung und Methoden der Dialogförderung von Dan Bar-On (siehe Seminar „Zukunft gestalten“ 2005 in Fronhausen und Frankfurt a. M.).

Sehr intensiv planen wir Inhalt und Verlauf des internationalen Austauschs. Und mit kreativen Methoden sprechen wir über unsere Assoziationen mit Rwanda, unsere Erwartungen, Hoffnungen, Ängste und Wünsche.

Mit Leah Czollek, Konfliktforscherin, Tochter einer Überlebenden von Auschwitz, die in der DDR aufgewachsen ist, diskutieren wir über die Bedeutung von „Wahrheit, Gerechtigkeit, Frieden und Verzeihung“.

Aus der Dokumentation des Seminars: „Bevor wir zum Mittagessen gehen, lesen wir noch eine Geschichte. Es ist ein Dialog zwischen den Schwestern Wahrheit, Gerechtigkeit, Frieden und Verzeihung („Das Treffen“, nach: John Paul Lederach). Die vier Schwestern streiten darüber, wer welche Rolle im Konflikt einnimmt. Jede beansprucht für sich, die Mutter der anderen zu sein und einen unersetzbaren Teil für die Lösung eines Konflikts einzunehmen. Am Schluss sehen sie ein, dass alle ihren Teil dazu beitragen und nur gemeinsam die Versöhnung schaffen können
Im Anschluss an die Geschichte stellen wir fest, dass Verzeihen und Vergeben im französischen ein und dasselbe Wort ist …“.

Am Abend berichtet Leah über ihre Erfahrungen als Tochter eines  Überlebenden von Auschwitz und über die Situation der jüdischen Bevölkerung in der DDR.

Zur Vorbereitung auf die Begegnungen in Rwanda arbeiten wir zu den Fragen:

1. Was will ich in Rwanda?

2. Wen kenne ich in Rwanda?

3. Am Ende der Reise möchte ich…

Die Dokumentation des Seminars fasst sehr gut die Inhalte und die Ergebnisse der Gespräche sowie die Arbeit zur Vorbereitung für Rwanda  zusammen.
Ein besonderes Dankeschön an Laurence Schneider, die sehr gut und unermüdlich in Deutsch und Französisch übersetzt hat.

Studienreise: Erinnern, Lernen und Gedenken in Deutschland und in Rwanda |
Dachau, Nürnberg, Fürth, Buchenwald, Berlin

27.11.-07.12.2004

Imbuto e.V. & Memos – Rwanda & DED – Deutscher Entwicklungsdienst
Dachau, Nürnberg, Fürth, Buchenwald, Berlin

Im Dezember 2004 führen wir eine gedenkpädagogische Studienreise mit jungen Erwachsenen aus Rwanda und Deutschland durch. Das Vorhaben ist aus dem Gedanken entstanden, dass es neben dem rwandischen Genozid ein geschichtliches Ereignis gibt, das ähnlich grausam war wie der rwandische Völkermord und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Dies ist der Holocaust (Shoa) während des Zweiten Weltkriegs. In dieser Zeit wurden in Europa von Nazi-Deutschland mehr als sechs Millionen Juden und Jüdinnen sowie viele Sinti und Roma, Systemgegner, Menschen mit Behinderungen, Kriegsgefangene und Personen afrikanischer Herkunft ermordet.

Ziel der Reise ist, über eine intensive Auseinandersetzung mit dem Gedenken an den Holocaust in Europa Perspektiven für einen Toleranz und Versöhnung fördernden Umgang mit der rwandischen Vergangenheit zu entwickeln.

Imbuto e.V. bereitet die Reise inhaltlich vor:

  • Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Europa
  • historische Hintergründe des Holocaust
  • Entwicklungen zu Anfang des 20. Jahrhunderts
  • Planung und Durchführung sowie
  • Aufarbeitung des Holocaust

Wir treffen die Gruppe MEMOS aus Rwanda im fränkischen Neuendettelsau und setzen die Reise gemeinsam fort.
MEMOS ist ein Verein in Rwanda, der mit dem Deutschen Eintwicklungsdienst zu Themen wie Friedenserziehung, Versöhnung und Leugnung des Genozids zusammenarbeitet.

Die Reise führt nach Dachau, zum Dokumentationszentrum in Nürnberg, ins Jüdische Museum Fürth, zur Gedenkstätte und Konzentrationslager Buchenwald und zur Nazi-Kommando-Zentrale Berlin-Wannsee.

Die intensive Vorbereitung der Studienreise durch Imbuto ermöglicht sehr gute Gespräche mit der Gruppe MEMOS aus Rwanda. Die jungen Leute sind sehr interessiert, wie es zum Genozid in Deutschland kam und wie dieser aufgearbeitet wurde: Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Europa, sogenannte „Rassentheorien“, Akteure*innen, Krieg, Organisation des Holocaust und Konzentrationslager, Beteiligung der deutschen Bevölkerung, Justiz und Gerechtigkeit, Entschädigung … und heute?

Bei allen Gesprächen stellen sich Imbuto und Memos vor. Und … es ist erstaunlich – unsere Gesprächspartner gehen (fast) gar nicht auf die Situation in Rwanda ein, stellen keine Fragen zu Rwanda. Sie sind konzentriert auf die Darstellung der Shoa und die Bedeutung der Institution, in der sie tätig sind.
Eine Ausnahme macht eine Frau aus Chile, die in Buchenwald arbeitet. Sie hat Erfahrungen mit Folter, Verfolgung, Flucht und Exil.

Die Imbuto und Memos diskutieren bis spät in die Nächte …

Für Frieden und Versöhnung – Gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit | Pour la Paix et la Réconciliation – Contre le racisme et la xénophobie, Ardèche

21.-30.08.2004 Labeaume Ardèche, France
Le Groupe de Labeaume pour la Paix et le Développement & Inkindi & Imbuto e.V.

Das Seminar in der Ardèche gehört zum Austauschprogramm zwischen Jugendlichen, die in Deutschland, Frankreich oder Belgien leben. Mit dem Ziel, zu einer Kultur des Friedens beizutragen, vermitteln die Jugendlichen ihre Erfahrungen und Reflexionen zu den Themen „Frieden, Versöhnung, Gegen Rassismus“ an Jugendliche unterschiedlicher kultureller Herkunft.

Das Seminar ist einem intensiven Austausch gewidmet:

  • aktuelle Situation in Rwanda
  • Begegnungsreise Rwanda 2003
  • Filmprojekt mit Interviews von Jugendlichen in Rwanda
  • Teilnahme an Konferenzen.
    Insbesondere diskutieren wir, was heißt Frieden, was heißt Versöhnung, und wie sind diese zu erreichen.
    Es war ein intensives Seminar, an dem alle sehr aktiv beteiligt waren.

Ein großes DANKE SCHÖN an die Gastgeber Elisabeth Meyer und Michel Barnaud, die vielen Besucher und die Nachbarkinder..

Koordinationsteam: Michel Barnaud, Delphine Büttner, Elisabeth Meyer, Xavérine Niwemutoni, Hildegard Schürings
Alle Teamer*innen haben langjährige Erfahrungen in Rwanda.

Hier einige Perspektiven für die Zukunft:

… Perspektiven für die Zukunft

Was sind unsere Perspektiven und Schlussfolgerungen aus dieser Woche?
Was können wir persönlich tun, um zur Erreichung unserer Ziele beizutragen?

  • Versöhnung ist besonders die Aufgabe von Kindern und Jugendlichen.
  • Man sollte offen über alles sprechen und nichts vergessen.
  • Es ist die nächste Generation, die zu Versöhnung kommen kann.
  • An die Kontakte mit Jugendlichen während der Rwandareise 2003 anknüpfen, sie nicht vergessen, sich gemeinsam entwickeln, ihnen sagen, dass man sie nicht vergessen hat, sich und das Land nicht verlieren.
  • Sich mit Leuten anderer Nationalität austauschen, sich kennen lernen, ist das beste Mittel, um Frieden zu schaffen.
  • Als Eltern hat man eine große Verantwortung gegenüber den Kindern. Denn die Kinder sind ihrerseits verantwortlich für die Zukunft dieses Landes.
  • Man sollte die Kinder über alles informieren und dies ohne Rachegefühle, selbst wenn man Opfer ist, denn man hat viele Gemeinsamkeiten.
  • Wir haben viel über Rwanda gelernt.
  • Die auf diesem Seminar begonnene Arbeit fortsetzen, um die Entwicklung und die Ergebnisse zu verfolgen und dies immer mit Blick auf Rwanda.
  • Kontakte mit Vertretern der Region der Großen Seen knüpfen und weitere Themen ansprechen, sich über gemeinsame Probleme in Rwanda und in der Region austauschen.
  • Kontakte mit anderen Leuten in Europa aufnehmen, um die kulturelle Spannbreite zu vergrößern.
  • Das Projekt eines Wettbewerbs, die Geschichte jedes Einzelnen in der Diaspora aufschreiben, sie verbreiten, um den Bekanntheitsgrad von Imbuto zu vergrößern.
  • Seine Geschichte aufschreiben kann ebenfalls eine Therapie sein.
  • Geld sammeln, um materielle Hilfen, z.B. Kleidung oder Medikamente, nach Rwanda zu schicken.
  • Weiter über „Frieden und Versöhnung“ in Rwanda nachdenken.
  • Seminare in allen Ländern der Mitglieder von Imbuto organisieren.
  • Projekte organisieren wie Schreibateliers, Filme, rwandische Musik und Tanz, afrikanische Modenschau.
  • Werbung machen, um mehr Leute für Imbuto zu interessieren.
  • Ein Treffen zu „Krisen in afrikanischen Ländern“ organisieren und Leute wie Xavérine einladen, die über die konkrete Situation berichten können.
  • Sich mit anderen Jugendlichen austauschen, die ähnliche Schwierigkeiten erlebt haben, und sehen, wie ihre Wahrnehmung ist und wie sie diese Krisen haben überwinden können.

Für Frieden und Versöhnung | Jugendbegegnungen in Rwanda, Aachen

16.07.-18.07.2004 Aachen
Imbuto e.V. & Inkindi, Belgien & Muntu-Afrika

Mit Unterstützung durch:
Evangelische Studierenden Gemeinde – ESG
Akademisches Auslandsamt der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule – RWTH Aachen

Koordination: Mitglieder von Inkindi, Muntu Afrika & Imbuto e.V.

Ziel des Seminars ist, insbesondere Jugendliche für die Themen „Völkerverständigung und Erziehung zur Toleranz“ zu sensibilisieren und sich für „Frieden und Versöhnung“ zu engagieren.
Die meisten Teilnehmenden an diesem Austausch sind Studierende, darunter viele aus Kamerun und Rwanda. Nach der Feinabstimmung mit allen Beteiligten findet am Samstag von 14.30 bis 18.30h eine öffentliche Veranstaltung in der ESG statt:

  • Information zu Geschichte und Völkermord in Rwanda
  • Präsentation des Projekts „Frieden und Versöhnung“ –  Bericht über die Begegnungsreise 2003 in Rwanda durch Teilnehmende
  • Märchen aus Rwanda: Bagabobarabona – „Derjenige, der alles gesehen hat“, in Kinyarwanda und in Deutsch
  • Tänze aus Rwanda des Vereins Inkindi, Belgien

Die Berichte über die Reise in Rwanda sind sehr persönlich und gehen vielen sehr nahe. Einige Jugendliche erzählen von ihren großen Ängsten, nach zehn Jahren zurück zu kehren. Dies war in der Tat nicht einfach, da bei vielen all die schlechten Erinnerungen an vergangene Erlebnisse hoch kamen.
Die jungen Leute in Rwanda sind erfüllt mit vielen Hoffnungen: sie wollen nach vorne schauen und mit Blick auf eine bessere Zukunft Ideen mit anderen Jugendlichen aus dem Ausland austauschen.
Die Reise war für zahlreiche Teilnehmer eine emotional sehr aufreibende, aber positive Erfahrung.

Die Gäste sind sehr beeindruckt von den Berichten, viele bedanken sich, dass diese Erfahrungen mit ihnen geteilt wurden.

Nach einem leckeren Abendessen folgt die PARTY im „Ché-Haus“ Aachen, 22 Uhr bis Sonntagfrüh, 6 Uhr.
Programm:

  • Inkindi mit einem rwandischen Tanz
  • HipHop-Gruppe von Jungs aus Aachen
  • HipHop der Mädchen von Inkindi, Belgien.

Die Gäste verschiedener Nationalitäten sind begeistert, ein großer Erfolg des Abends, der stimmungsreich und voller Perspektiven für die Zusammenarbeit zwischen Imbuto e. V., Inkindi und Muntu-Afrika ist.

Zehn Jahre danach: Völkermord in Rwanda

05.-07.03. 2004 Evangelische Akademie Loccum

„Wie kann ich über etwas sprechen, für das man keine Worte hat?
Begegnungen von Jugendlichen in Rwanda und Jugendlichen, die in Europa im Exil leben.
Vortrag: Hildegard Schürings

Calließ, Jörg (Hrsg.): Zehn Jahre danach: Völkermord in Ruanda (Loccumer Protokoll Nr. 11/04) Rehburg-Loccum 2005


Netzwerkprojekt 2003-2005: Für Frieden und Versöhnung | Pour la Paix et la Réconciliation

Zum zehnjährigen Gedenken an den Genozid in Rwanda 1994-2004 wurden an vielen Orten in Deutschland (Aachen, Bonn, Heidelberg, Frankfurt am Main, Loccum, Mannheim, Marburg) sowie in Belgien, Frankreich, Charmey und Fribourg – Schweiz Vorträge und Seminare angeboten.
Das Ziel war, ausgehend von der Reise nach Rwanda 2003, Jugendliche und Erwachsene vieler Nationen an den persönlichen Erfahrungen teilhaben zu lassen. U.a. haben wir ein 11-tägiges Seminar in Frankreich mit französischen und belgischen Partnern organisiert. Insgesamt nahmen ca. 600 junge Erwachsene an den Aktivitäten teil.
So konnten wir viele Menschen für unsere friedenspädagogische Arbeit interessieren und zur Vernetzung beitragen.

Für Frieden und Versöhnung – Jugendbegegnungen in Rwanda 2003

02. – 23. 08.2003
Imbuto e.V. & Kooperation mit zahlreichen Institutionen und Partnern in Europa und in Rwanda

Koordination: Elisabeth Meyer, Xavérine Niwemutoni, Hildegard Schürings
unterstützt durch viele Menschen und Institutionen in Rwanda und in Deutschland.

Während der -> Seminare 2000-2002 hatten Teilnehmende den Wunsch geäußert, ihr Heimatland wieder zu sehen. Daraus entstand das Projekt, eine Reise in das Geburtsland zu organisieren.
Das Projekt „Frieden und Versöhnung – Rwanda 2003“ wurde langfristig vor- und nachbereitet.

An alle Beteiligten waren große Herausforderungen gestellt: emotional, sich mit dem 1994 in Rwanda Erlebten zu beschäftigen, Sehnsucht nach der verlorenen Kindheit und Angst vor dem Land, das sie während des Genozids verlassen hatten. Nun werden sie mit einer unbekannten Realität konfrontiert. Die Reise ist intensiv emotional und organisatorisch in Deutschland und in Rwanda vorbereitet. Sehr wichtig ist, Vertrauen untereinander sowie gute Rahmenbedingungen für die psychische und physische Sicherheit zu schaffen.

Die institutionelle Unterstützung vor Ort ist sehr wichtig, durch die Deutsche Botschaft, das Ministerium für Jugend und Kultur sowie das Außenministerium in Rwanda. Unterstützung gibt es durch  weitere Behörden und Partner, die in Rwanda institutionell verankert sind, wie der Deutsche Entwicklungsdienst – DED und die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit – GTZ (heute: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit – GIZ).

Im August 2003 kehrt eine Gruppe von Jugendlichen – die meisten haben Rwanda während des Genozids 1994 verlassen – zurück in die Heimat. Nach neun Jahren sind die Kinder Jugendliche oder junge Erwachsene geworden. Sie haben viele Erinnerungen an das Geburtsland. Es sind schöne Erinnerungen an die Kindheit, aber auch Bilder des Terrors. Alle haben Familie, Nachbarn, Freunde und Freundinnen verloren.

Nun möchten sie wissen, wie sich die Menschen, die Gesellschaft und das Land verändert haben, wer überlebt hat und wer nicht mehr lebt. Viele Erwartungen, Hoffnungen, Ängste und Zweifel werden formuliert.

In Rwanda begeben sie sich auf Spurensuche – Kindheit wieder entdecken, Orte der Erinnerung besuchen und Abschied von den Toten nehmen, Verwandte und Freunde treffen, den inneren Frieden finden, versöhnen – mit sich und den Anderen, Hoffnung auf eine friedvollere Zukunft schaffen, nach vorne schauen.

Die Koordinatorin in Rwanda hat den Aufenthalt perfekt vorbereitet. Absprachen erfolgen mit Verwandten, staatlichen wie nicht-staatlichen Organisationen. Es gibt Begegnungen mit Jugendgruppen und Besuche von Projekten für „Straßenkinder“. Wir informieren uns über das traditionelle Rechtsverfahren AGACACA, das zur Versöhnung beitragen soll, und führen zahlreiche Gespräche mit vielen Personen. Wir spielen Fußball im Zentrum Kimisagara, treffen Verwandte und Freund*innen.

Und – im Straßenbild fällt unsere Gruppe auf – so gibt es viele Fragen nach dem Woher, Warum, Wohin.

Das Zentrum St. Paul in Kigali ist unser Zuhause. Täglich wird das Programm intensiv am Morgen vor- und am Abend nachbereitet: einander zuhören, Gefühle formulieren, von den Erfahrungen des Tages berichten, Schutz bieten, Zeit nehmen, psychische und physische Sicherheit organisieren, Begleitung durch das Koordinationsteam.

Zum Schluss werden die drei Wochen vor Ort ausführlich ausgewertet und alle Freund*innen und Verwandte zu einer Gedenk- und Abschiedsfeier in das Centre St. Paul in Kigali eingeladen. Mehr als 100 Personen sind gekommen – überschwänglich bedanken sie sich für den Besuch der jungen Leute – und, dass sie nicht vergessen wurden.

Mit viel emotionalem Gepäck reisen wir zurück nach Europa und verbringen einige Tage miteinander, erzählen von den Begegnungen, den Ängsten, von Verzweiflung, Trauer und viel Hoffnung und Zuversicht.
Niemand hat die Reise bereut, auch wenn die Erfahrungen in Rwanda sehr intensiv und häufig schmerzhaft waren. Aber – sie hat zur Heilung beigetragen, sich mit sich selbst versöhnen und Zukunft gestalten.

In den folgenden Jahren haben die Jugendlichen ihre Erlebnisse mit vielen Menschen an vielen Orten geteilt. Und es sind viele Projekte zum Thema „Frieden schaffen“ durchgeführt worden.

Abschied nehmen …

Abschied nehmen …
Bevor wir Rwanda verlassen, nutzen alle noch einmal die Gelegenheit, sich kunstvoll frisieren zu lassen.
Als wir vom Zentrum St. Paul zum Flughafen aufbrechen wollen, regnet es heftig. Dies ist in der Trockenzeit sehr selten, aber Regen ist immer ein gutes Zeichen für die wichtigste wirtschaftliche Aktivität in Rwanda, für die Landwirtschaft.
Den meisten Jugendlichen fällt der Abschied sehr schwer. Sie verlassen wiederum ihre Verwandten und Freunde, und es ist ungewiss, wann sie sie wieder sehen. Viele Menschen verabschieden uns am Flughafen.

Alle sind aufgewühlt zurückgekommen, mit vielen Fragen, mit dem Bedürfnis nach Ruhe und teilweise nach Ablenken durch intensive Aktivitäten. Die meisten wollen sich zunächst nicht mit Rwanda beschäftigen, brauchen Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten. Es fällt schwer, die Gefühle mit Menschen zu teilen, die die Situationen nicht miterlebt haben. Und es ist schwer, Erlebnisse zu verarbeiten, die man nicht in Worte fassen kann.

Alle sind froh, diese Reise gemacht zu haben, niemand bedauert es. Auch, wenn es sehr schmerzhaft war, hat es sie weiter gebracht. Sie können weiter an der Klärung für sich arbeiten, den inneren Frieden wieder finden und das verlorene Vertrauen in Menschen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Heilung. Die Frage nach der Identität steht im Raum: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Viele fühlen sich in Rwanda und in Europa als Fremde.
Alle wollen, dass die Gruppe sich weiterhin trifft, um die Wege der Einzelnen zu begleiten. Die Gruppe gibt Halt, in Rwanda war sie das Zuhause und bot Sicherheit und den Raum, die vielfältigen Gefühle zu artikulieren, sie auszuleben und damit Erleichterung zu finden.

Einen Monat später treffen wir uns zu einer ersten Auswertung der Reise, alle sind froh, die Gruppe wieder gefunden zu haben:
„Ich denke, es ist eine sehr besondere Reise. Ich glaube, wir haben das Beste aus der Reise gemacht, das, was den Umständen entsprechend möglich war. Ich bin stolz auf unsere Tapferkeit: Ich wünsche jedem, der aus dem Land geflohen ist, mal wieder dorthin zurückzukehren. Man leidet natürlich noch einmal sehr, doch ich denke, es macht uns stärker.“
„Ich fühle in mir Leere und frage mich, wann dieses Gefühl begonnen hat. Es war in den Minuten, als ich nach fast zehn Jahren in unserem Garten stand, wo damals meine Welt noch unschuldig und heil für mich war. Ich habe das starke Gefühl gehabt, als ob ich nach zehn Jahren herumirren endlich wieder dort bin, wo ich hingehöre. Und als wir dann durch das Tor gingen, wurde mir klar, mein Zuhause ist wirklich für immer tot, nie wieder werde ich mich so wohl fühlen.“

Mit einem Fragebogen, der sich am individuellen Tagebuch orientiert, haben wir die Reise ausgewertet. Wir wollen aus den Erfahrungen lernen für andere Projekte, um die Friedensarbeit fortzusetzen. Und daher haben wir u. a. nach Ratschlägen gefragt für Freunde/ Freundinnen, die nach Rwanda reisen wollen. Die Antworten sind in keiner Weise einheitlich, aber alle weisen darauf hin, dass die Reise sehr gut vorbereitet werden muss, dass man sich auf der emotionalen wie kognitiven Ebene damit vorher auseinander setzen muss, mit seinen Vorurteilen und Stereotypen wie mit seinen positiven und negativen Gefühlen

Hier zur ausführlichen Dokumentation der Jugendbegegnungen 2003