Für Sie gesehen …

Aus dem Süden

Gerechtigkeit für Thomas Sankara: „Wir hoffen, dass die Wahrheit ans Licht kommt.“ 34 Jahre nach der Ermordung am 15.10.1987 des charismatischen Präsidenten Thomas Sankara in Burkina Faso – ‚Land der Aufrechten‘ beginnt in der Hauptstadt Ouagadougou der Prozess. Der Hauptangeklagte ehemalige Präsident Blaise Compaoré ist abwesend. „In Ouagadougou ist es vor allem die junge Generation, für die Sankara bis heute ein Held ist. Er hat gegen das gekämpft, was die Gesellschaft aushöhlt. Dazu gehören Korruption, Ungerechtigkeit, Arbeitslosigkeit, Analphabetismus, generell Armut. Wir wissen, dass gerade die Jugend besonders von Armut betroffen ist.“ ->> DW 10.10.21, Radio France Internationale – RFI und BBC 11.10.21

POV
Wenn er einsteigt, steige ich aus. Mali (c) POV – Jeune Afrique , 16.09.21

Afghanistan und die Lehren für Mali
„Nach dem demütigenden Ende des westlichen Afghanistan-Einsatzes hat Angela Merkel eine gründliche Aufarbeitung zugesagt. Von den Ergebnissen werde „abhängen, welche politischen Ziele wir uns realistischerweise für zukünftige und für aktuelle weitere Einsätze im Ausland setzen dürfen“, sagte die Bundeskanzlerin.“ so die Deutsche Welle – DW, 14.09.21
Wie auch unten dargestellt, stellen nun Expert*innen fest, dass die zahlreichen Missionen in Westafrika ihre vorgegebenen Ziele nicht erreichen. Das hätte man bereits vor Beginn wissen können – wie Kenner*innen der Region bestätigen. Man sollte heute z.B. Mitglieder der Zivilgesellschaft fragen, NROs, Menschenrechtsorganisationen, Menschen vor Ort ->> ARD Weltspiegel, 29.08.21
Man hat den Eindruck, solche Entscheidungen werden ohne Kenntnis der Situation weit weg z.B. in Berlin und Paris getroffen. Diese militärischen Einsätze sind keine Friedenspolitik! (Kommentar H. Schürings 15.09.21)

Angela Merkel verabschiedet sich von Afrika
Zum letzten Mal trifft sich die Kanzlerin mit afrikanischen Staatschefs zum „Compact with Africa“. Durch die Initiative wollte Angela Merkel die Wirtschaftsbeziehungen ausbauen.
Die Bilanz fällt mager aus, nicht nur, weil von 55 Staaten nur 12 Staaten beteiligt sind. Nur gut ein Prozent aller deutschen Investitionen weltweit geht nach Afrika. Die Mehrheit der deutschen Firmen findet Afrika nicht attraktiv, 2019 investierten dort gerade mal 884 Firmen – 42 mehr als 2017. DW 26.08.21

Nun wird die Fage gestellt, was die Mission in Mali erreicht, wird es dort ein ähnlichses Fiasko wie in Afghanistan geben? Siehe die Beiträge unten.

Mali: Die Bundeswehr fliegt 12 verletzte Soldaten aus. Derzeit sind rund 900 deutsche Soldaten an der UN-Mission MINUSMA beteiligt. Der Einsatz soll den Friedensprozess in Mali unterstützen. DW, 27.06.2021

Wer evakuiert die verletzte Zivilbevölkerung in Mali, wer bestattet die vielen ermordeten Zivilpersonen: Kinder, Frauen und Männer?

Seit zehn Jahren Terror im Niger, Mali und Burkina Faso gegen die Zivilbevölkerung: im Niger sind zehn EU-Missionen und die USA im Einsatz im Kampf gegen Terror von Islamisten, Kriminellen und zur Verhinderung von Migration. DLF, 5.07.2021

Nun ist sie beendet, die Mission „Barkhane“, Macron zieht nach acht Jahren 5.100 französische Soldaten aus der Sahelzone ab. Das Ergebnis: erfolglos, 50 getötete französische Soldaten, regelmässige Angriffe auf die Zivilbevölkerung, Ablehnung durch die Bevölkerung in der Region, warum?
Niemand hat die Hunderte oder gar Tausende Einwohner*innen gezählt, die während dieser Zeit ermordet wurden: „Feuerwehreinsätze löschen Brände, aber das Haus bleibt erst mal eine Ruine. Schlimmer noch: Die Militarisierung, die Europa mit befördert, hat ihre eigene toxische Dynamik, sie trägt zu einer breiten Verrohung bei, wo viele Zivilisten sterben. Europa muss sich auch der unbequemen Frage stellen, ob und wo es mehr zerstört als richtet.“ so die SZ, 11.06.2021

Ratlos im Sahel – Westafrika: Die Lage wird immer schlimmer. Seit August 2020 gab es nach einem Putsch eine Übergangsregierung in Mali. Am 25. Mai wurden der Präsident und der Premierministerpräsident verhaftet und nach drei Tagen wieder freigelassen. Was sind die Motive? Der Putsch illustriert, wie tief Mali in den Strudel geopolitischer und geostrategischer Verwicklungen geraten ist. Es gibt enge Kontakte nach Moskau. Übergangspräsident Bah N’Daw kam gerade aus Frankreich zurück, wo er zu Emmanuel Macrons Afrika-Konferenz geladen war. Auch Peking scheint an Mali interessiert.

„Die erneute Aufteilung Afrikas“

Man fühlt sich an die Berliner Konferenz von 1884 erinnert: die Aufteilung Afrikas. In einer Art Wildwest-Mentalität reißen sich Russland, Frankreich, China um den Einfluss auf Mali. Konkrete Beweise dafür gibt es wenig, die Mächte agieren eher im Verborgenen. Aber wie unvereinbar die Interessen Frankreichs und Russlands sind, bekommt beispielhaft die Zentralafrikanische Republik derzeit zu spüren. Die Folgen sind Verhaftungen, Drohungen, Söldner, Waffenlieferungen…. Armes Mali!“ schreibt Dirke Köpp, DW 26.05.21

Und: das internationale Engagement ist erfolglos, meinen Experten. Die Angriffe islamistischer Gruppen in der Region haben sich seit 2017 fast versiebenfacht. Nach UN-Angaben brauchen über 29 Millionen Menschen humanitäre Hilfe – ein historischer Höchststand.
Trotzdem hat der Bundestag die Bundeswehr-Einsätze in Mali diese Woche verlängert. Die Regierung sieht keine Alternative, DW, 21.05.2021
Es gibt nur politische Lösungen – besonders auf der lokalen Ebene – keine militärischen, so viele Mitglieder der Zivilgesellschaft in den Ländern .
Um besser zu verstehen, wer mit welchen Zielen in der Region militärisch aktiv ist, ein Beitrag in Französisch: Le monde diplomatique, Juli 2020

Solidarität: CORONA im Senegal
Aline Gislaine Nimbona, Mitglied von Imbuto e.V., berichtet vom Lockdown aus der Hauptstadt Dakar. März 2021
in Deutsch & en Français – Lesen Sie hier.

„Algorithmische Kolonialisierung … Künstliche Intelligenz und Roboter erscheinen ethnisch weiß.“
Der afrikanische Kontinent ist für westliche Digital-Startups ein großer Markt. Doch die Produkte setzen oft alte Denkmuster vom „weißen Retter“ fort – anstatt auf die Potentiale vor Ort einzugehen.
Ähnlich zum traditionellen Kolonialismus ist auch hier diese ‚Wir-sind-besser‘-Mentalität: ‚Wir helfen, wir retten sie, wir sind verantwortlich, wir nehmen es in die Hand.‘ Der Unterschied besteht darin, dass die algorithmische Tech-Kolonialisierung viel subtiler ist und keine rohe Gewalt angewendet wird.“ Ein KI-Produkt, das von einem westlichen Tech-Unternehmen entwickelt wurde, ist oft nicht die passende Lösung für ein Problem in einem afrikanischen Land. Ein sehr informativer Beitrag von Pia Behme im Deutschlandfunk Kultur 20.03.2021

10 Jahre: Tötung von Osama Bin Laden in Pakistan: Vor zehn Jahren erschoss ein US-Kommando Osama Bin Laden in Pakistan. Präsident Obama und sein Stab schauten der Ermordung live zu. Hasnain Kazim erinnert sich an die Tage nach dem Mord vor dem Haus des meistgesuchten Terroristen der Welt. DIE ZEIT, 2.05.2021

Ob im Tschad oder anderswo: Europas Afrikapolitik folgt dem Motto „Unser Schuft ist ein guter Schuft“.
Idriss Déby, der Präsident des zentralafrikanischen Staates „war ein ‚verlässlicher‘ und ‚mutiger‘ Freund. Ein dermaßen guter Weggefährte, dass Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach dessen rätselhaftem Tod mit seinem Außenminister in den … Sahel-Staat Tschad jettete und sich dort vor seinem Sarg verbeugte…
In Paris sorgte der Tod des heldenhaften Freundes für Angstschweiß-Attacken. …“ so die FR, 24.04.2021

Covid 19 auf dem afrikanischen Kontinent, BBC
Die offiziellen Zahlen zur Situation in den 55 Staaten des afrikanischen Kontinents. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl sind die meisten Personen sind in Südafrika, Ägypten, Marokko und Tunesien gestorben, mehr im Imbuto Blog: Corona in Afrika

Ikone der arabischen Frauenbewegungen Nawal El-Saadawi gestorben
Sie nahm sich heraus, die „Wahrheit“ zu schreiben, was ihr zahlreiche Morddrohungen und eine Gefängnisstrafe einbrachte. Die Ägypterin kämpfte ihr Leben lang gegen Beschneidung und für Gleichberechtigung. Nawal El Saadawi wurde vielfach ausgezeichnet und 2020 vom amerikanischen Magazin „TIME“ zu den 100 einflussreichsten Frauen der Welt gezählt. Am 21.03.2021 ist sie mit 89 Jahren in Kairo gestorben. RIP! BR24, 22.03.2021

Diskussions-Runde „10 Jahre Arabischer Frühling – eine Bilanz“ aus Ägypten, Algerien und Tunesien, Veranstalter: Gustav-Stresemann-Institut und Deutsch-Maghrebinische Gesellschaft, Video 1:57:30 min. 3.03.2021

Am 8.03.2021 hat der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag Einzelpersonen und Gemeinschaften in der Provinz Ituri in Ost-Kongo Reparationen in Höhe von 30 Mio. US$ für die Verbrechen des Rebellenführers Bosco Ntaganda in den Jahren 2002/ 2003 zugesprochen. Die Zahl der Opfer wird auf 100.000 geschätzt. DW 08.03.2021

Am 22.02.2021 wurde der italienische Botschafter Luca Attanasio in der DR Kongo mit seinem Leibwächter und Fahrer auf einer Fahrt mit dem Welternährungsprogramm im Nord-Kivu der DR Kongo ermordet. Die Täter sind noch nicht bekannt.
OENZ-Dossier zur Eskalation der Sicherheitslage sowie die Rolle und Allianzen von Akteuren. 26.02.2021

Menschenrechte in Rwanda , Bericht Human Rights Watch 01.02.2021 -Im Rahmen der aktuellen Universal Periodic Review (UPR) im UN-Menschenrechtsrat übten insgesamt 99 UN-Mitgliedstaaten starke Kritik an der Menschenrechtssituation in Rwanda und sprachen 284 Empfehlungen zur Verbesserung der Zustände aus. Hier alle Empfehlungen: 25.01.2021
Vereinte Nationen, 3:07:32

Früchte des Zorns – Das kulturelle Erbe der Arabellion 3sat, 37 min, 30.01.2021
Seit zehn Jahren geht in Nordafrika und im Nahen Osten die Jugend für ihre Freiheit auf die Straße. Nicht mit Waffen und Gewalt – mit Texten, Beats und Mikrofonen. Wer waren diese Rebell*innen, wer sind sie heute? – aus Tunesien, Ägypten, Jordanien, Libanon.
Die sehr mutige Bloggerin Lina Ben Mhenni – mit ihrem weltweit ausgezeichneten Blog „A Tunisian Girl“ – ist am 27. Januar 2020 mit 36 Jahren in Tunis gestorben. RIP

Vom Tahrir ins Exil
Zehn Jahre nach der gescheiterten Revolution in Ägypten ist in von der Euphorie nichts geblieben. Wer nicht im Gefängnis landen will, flieht, denn Präsident Abdel Fattah al-Sisi regiert mit eiserner Hand – gestützt auch von Deutschland.
DLF 19.01.2021, 51 min.

OENZ Newsletter: Burundi, Demokratische Republik Kongo, Rwanda, 4/2020
10.12.2020

Schluss mit Vergewaltigung – DR Kongo Kongo-Kampagne
„Friedensträger“, ein Film von Susanne Baliba, SWR-Dokumentation, Süd-Kivu, Krankenhaus Panzi, 2019, 45 min, und Begleitworte von Dr. Denis Mukwege, Friedensnobelpreisträger 2018

Aus dem Norden

Literatur-Nobelpreis: Wird Afrikas Stimme lauter? fragt DW, 8.10.21

Abdulrazak Gurnah | Gewinner Literaturnobelpreis 2021

Abdularazak Gurnah hat den Literatur-Nobelpreis 2021 erhalten. Geboren in Sansibar (Tanzania), lebt er seit 1968 in Großbritannien. Er studierte am Christ Church College in Canterbury und an der Universität London.  Er war Professor an der Universität Kent 8.10.21.
Seine Muttersprache ist Suaheli, er schreibt auf Englisch und ist in Großbritannien als Autor etabliert.  Er ist der zweite Autor aus Afrika südlich der Sahara, der nach Wole Soyinka aus Nigeria (1986) diesen Preis erhält. Seine Themen u.a. Postkolonialismus und Flucht & Migration. Mehr zu seinen Werken, RFI, fr 16.10.21 und Interview mit Martin Loimeier: SWR2, 9:17 min. 8.10.21.
Bedeutet dies ein Umdenken in der Wertschätzung von Autoren und Autorinnen des Afrikanischen Kontinents?

Eröffnung der ethnologischen Ausstellungen – Humboldt Forum, 25.09.21

„So hatten sich die Macher des Humboldt Forums ihre feierliche Eröffnung der Ethnologischen Ausstellung gewiss nicht vorgestellt. Zwar hatten sie mit der nigerianischen Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie eine prominente „afrikanische Stimme“ eingeladen, von der kritische Töne zu erwarten waren.“ schreibt die TAZ, 25.09.21 ->> die Rede der Schriftstellerin.
Die TAZ weiter: Adichie hat „am Mittwoch erfrischend offene Worte zur zögerlichen Haltung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) bei der Frage der Rückgabe von Raubkunst. Wenn Europa seine propagierten Werte von Freiheit, Toleranz und der Herrschaft des Rechts ernst nehme, mahnte sie, könne „eine Nation, die dies hochhält, nicht diskutieren, ob sie gestohlene Güter zurückgibt“. Und es sei auch nichts anderes als „Paternalismus und Arroganz“, wenn man Rückgaben mit dem Argument verweigere, Afrikaner könnten nicht richtig auf ihre Kunstwerke aufpassen“.
Auch der Bundespräsident äusserte sich kritisch: „… Aufgabe des Humboldt Forums sei nun, all diese verdrängten Geschichten zu erzählen – und zwar auch aus der Perspektive der „Anderen“, etwa der afrikanischen Staaten, „die einen immensen Teil ihrer Kunst verloren haben durch die Raubzüge der Europäer“. Denn hinter „nicht wenigen“ Objekten unserer Museen, so Steinmeier, stehe „eine Geschichte von Unterwerfung, Plünderung, Raub und Mord“
schreibt die TAZ.

Eine Wende in der Hessischen Flüchtlingspolitik fordern neun Organisationen. Sie hoffen, mit diesem Papier eine dringend notwendige Diskussion über die hessische Flüchtlingspolitik anzustoßen und zu einem Umdenken beizutragen. Sie stehen gerne für Gespräche und Erläuterungen bereit ->>Dokument 08.09.2021

Bilder des Tages aus aller Welt – Deutsche Welle DW, 27.08.2021

„Nichts ist gut in Afghanistan“ Wer ist verantwortlich für die letzten 20 Jahre und die heutige Situation?
In Kabul, IS – Selbstmordattentat: mehr als 160 Tote – die meisten Zivilpersonen, 13 US-Soldaten und Hunderte Verletzte;
Schockstarre in Brüssel, TAZ 27.08.2021
Liveblog: DIE ZEIT 27.08.21
Afghanistan war Merkels Krieg – und sie hat ihn verloren, meint die Neue Zürcher Zeitung NZZ 27.08.21

Afghanistan vor einer ungewissen Zukunft: Die Risiken des Truppenabzugs. Ein Gespräch zur aktuellen Situation mit: Hans-Peter Bartels, SPD, Ex-MdB, ehem. Wehrbeauftragter des Bundestags;
Winfried Nachtwei, Bündnis 90/Die Grünen, Ex-MdB, Sicherheitsexperte und Ellinor Zeino, Leiterin des Büros Afghanistan der Konrad-Adenauer-Stiftung; Diskussionsleitung: Marcus Pindur, Deutschlandfunk – DLF, 43:48 min, 4.08.2021

Die Bundeswehr: „Der Abzug westlicher Truppen geht plötzlich mit derart rasanter Geschwindigkeit vonstatten, dass es an ein Wettrennen Richtung Notausstieg erinnert. Nachdem jahrelang allein die Überlegung, die Militärpräsenz der USA und ihrer NATO-Alliierten zu beenden, als Sakrileg, wenn nicht Verrat an der kämpfenden Truppe geschmäht wurde, gerät der Abmarsch nunmehr zum würdelosen Sprint.“ schreibt derFreitag, Ausgabe 26-2021

Wer evakuierte die verletzte Zivilbevölkerung in den 20 Jahren, wer bestattete die vielen ermordeten Zivilpersonen: Kinder, Frauen und Männer, geschätzt ab 2009 auf 110.000? laut Angaben der Vereinten Nationen in Kabul.
Kosten: ca. 2 Billionen US$. „Die Wahrheit ist, heute ist das Überleben, die Sicherheit und die Einheit Afghanistans in Gefahr“, sagt Abdullah Abdullah. Der Abzug der westlichen Truppen habe dem Land keinen Frieden gebracht, „sondern den Krieg eskaliert“. so die SZ, 5.07.21

Denkmal zur Erinnerung an den von deutschen Kolonialtruppen begangenen Völkermord an den Herero und Nama (etwa 1904-1907) im Zentrum der namibischen Hauptstadt Windhoek. Die Inschrift laut übersetzt etwa: „Ihr Blut nährt unsere Freiheit“. (dpa/Jürgen Bätz)
Denkmal zur Erinnerung an den von deutschen Kolonialtruppen begangenen Völkermord an den Herero und Nama im Zentrum der namibischen Hauptstadt Windhoek (dpa/Jürgen Bätz)

Reparationen“ für koloniale Verbrechen: Zahlen und schweigen?
Welche Politik der Europäischen Kolonialmächte? Die Historikerin Olivette Otele forscht an der Universität Bristol zur kolonialen Vergangenheit in Frankreich und Großbritannien. Ihre Berufung zur ersten schwarzen Geschichtsprofessorin im Land machte Schlagzeilen.
Zur Haltung und Handlung von Belgien, Frankreich, des Empire Großbritannien sowie von Italien, der Niederlande und Portugal, Barbara Wesel in DW, 30.05.2021
Schauen Sie auch hier Black Lives Matter.

Zwischen Nambia und Deutschland ein Abkommen zur Anerkennung des Völkermords zu schließen, ist nicht einfach. Viele Vertreter*innen der Herero und Nama fordern mehr als die bisherigen Vereinbarungen: DW, 12.06.2021
Außenminister Maas zum Abschluss der Verhandlungen am 28.05.2021

Am 2. Oktober 1904 gab der Gouverneur und Oberbefehlshaber von Deutsch-Südwestafrika, Lothar von Trotha seinen „Vernichtungsbefehl“ aus. Darin kündigte er an, dass die Herero das Gebiet der Kolonie zu verlassen hätten. „Innerhalb der deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen. Ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volk zurück oder lasse auf sie schießen.“
In dem bis 1908 andauernden Krieg töteten die deutschen Truppen etwa 65.000 von 80.000 Herero und mindestens 10.000 von 20.000 Nama.

Das jetzt erfolgte Schuldeingeständnis Deutschlands bezieht sich auf diesen Massenmord, der als der erste Genozid des 20. Jahrhunderts gilt. DLF, 28.05.21

Am 28.05.21 haben die Regierungen von Nambia und Deutschland nach fast sechs Jahre langen Verhandlungungen ein Abkommen geschlossen: Die BRD hat den Völkermord anerkannt, eine Bitte um Vergebung ausgesprochen sowie finanzielle Entschädigung angeboten.

Namibia hat es begrüßt, dass die Bundesregierung die Verbrechen deutscher Kolonialtruppen an den Herero und Nama als Völkermord anerkennt.
Dies sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, sagte ein Sprecher von Präsident Geingob in Windhoek. Kritik kam von Oppositionsparteien. Sie monieren, dass die Vereinbarungen zum Nachteil der Nachfahren der Herero und Nama sind. Sie plädieren weiterhin für direkte Reparationen an die Betroffenen. Es gibt also viel Protest, besonders von Seiten der Nachfahren der Herereo und Nama, deren Repräsentanten nicht beteiligt waren. DW, 28.05.21
Eine Dokumentation der historischen Hintergründe in Namibia sowie eine kritische Bewertung des Abkommens durch Jürgen Zimmerer und Markus Sambale. HR-info, 28.05.21

Die größte Tageszeitung in Namiba schreibt: OPPOSITION political parties have labelled the German government’s offer to make amends for the brutal extermination of Ovaherero and Nama between 1904 and 1908 an “insult to Namibia”. Nambian, 28.05.021

Israel – Palästina – für einen gerechten Frieden!
Man muss die komplexe Lage differenzierter abbilden als in der BRD üblich, schreibt Andrea Backhaus aus Beirut in DIE ZEIT, 18.05.2021
Prof. Dan Bar-On hat bis 2008 viele Jahre seines Lebens den Dialog zwischen Israelis und Palästinensern gefördert, seine Werke.

13. Mai 2021: AUS ALLER WELT: EID el Fitr – MABROUK!
Bilder vom Ende des Ramadan in aller Welt! DW, BBC

Gebeine und sakrale Werke aus Afrika – seit mehr als 100 Jahren koloniales Raubgut in Deutschland – ein Gespräch zur Rückgabe an die Besitzer und das Warten auf eine Entschuldigung mit: Mnyaka Sururu Mboro, Stiftung Berlin Postkolonial; Bonaventure Soh Bejeng Ndikung, Kurator und Autor – SAVVY Contemporary; Carola Lentz, Ethnologin und Präsidentin des Goethe-Instituts. Schauen Sie: Deutsche Welle – DW, video, 42 min. 6.05.2021

Sea-Watch 4 rettet in 6 Einsätzen im Mittelmeer 455 Menschen aus Seenot, seewatch, 3.05.2021

Ertrunken am 22. 04.2021 vor der Küste von Libyen. Laut SOS Mediterranee ist ein Schlauchboot mit rund 130 Migranten an Bord verunglückt. Das Rettungsschiff „Ocean Viking“ habe versucht zu helfen. Nach stundenlanger Suche seien nur Tote gefunden worden. Den Behörden warf die Hilfsorganisation vor, diese hätten nichts unternommen, um einen Rettungseinsatz zu koordinieren.
Nach Angaben der UN sind 2021 in diesem Teil des Mittelmeers etwa 360 Menschen bei Schiffsunglücken ums Leben gekommen. April2021
DLF berichtet regelmäßig über die hohe Zahl von Ertrunkenen: Kinder, Frauen und Männer.
Wer trägt die Verantwortung? Welches Gericht wird dies einmal klären?

Auf dem Seeweg nach Europa – das Mittelmeer, das größte Massengrab der Welt:
mehr als 21. 000 Personen: Frauen, Kinder, Männer starben auf der Überfahrt – versunkene Hoffnungen.
So viele wurden gezählt: eine Statistik 2014-2021, 19.01.2021

Abschiebungen nach Afghanistan – Kabuls Hotel der Hoffnungslosen
Ausgerechnet hier landen mehrmals in der Woche abgeschobene Geflüchtete aus aller Herren Länder. Allein in den letzten Tagen checkten Abgeschobene aus Deutschland, Österreich und dem Iran im Spinzar ein – unfreiwillig. Für die abgeschobenen Afghanen bedeutet das Hotel einen ersten Schritt in ihr neues, altes Leben. Emran Feroz berichtet aus Kabul: quantara, 19.04.2021

Am 13. April hat weltweit der Ramadan, der Monat des Fastens, des Gebets und der Nächstenliebe, begonnen. Der Islam ist eine monotheistische Religion und geht wie die jüdische Religion sowie das Christentum auf Abraham, den Stammvater der Israeliten zurück. Der Islam ist die zweitgrößte Religionsgemeinschaft. Etwa 1,8 Milliarden Menschen sind Muslime, und ca. 2,2 Milliarden gehören den christlichen Religionen an. Fotos zum Ramadan aus der Welt: BBC, 13.04.2021

Über die Schwierigkeit des Übersetzens: „Warum die deutsche Übersetzung Amanda Gorman nicht gerecht wird„.
„Den Hügel hinauf“ ist Politologinnen-Deutsch, es fehlt die Metapher, der Sog, das alles umarmende Wir, es fehlt jede poetische Fantasie. Der Hügel bleibt unbezwungen“ schreibt Cornelia Zetzsche, BR 24, 30.03.2021

Nicht er ist gescheitert, wir sind es – Tareq Alaows kandidiert doch nicht für den Bundestag, auch weil er rassistisch angefeindet und bedroht wird. Was für eine Chance diese Gesellschaft damit verspielt! schreibt DIE ZEIT, 31.03.2021

Saal 101

Aus den Protokollen der Gerichtsreporter der ARD – ein facettenreiches und differenziertes Bild des NSU-Prozesses jenseits der Schlagzeilen: Die als Jahrhundertprozess bezeichnete Verhandlung fand von Mai 2013 bis Juli 2018 in München statt und gibt beklemmende Einblicke in deutsche Abgründe. Dauer: 12 Stunden DLF Kultur 19.02.2021

Saal 101 – Dokumentarhörspiel zum NSU-Prozess (picture alliance / Uwe Zucchi / Deutschlandradio)

Auf der Suche nach dem Wir | Teil I, fünfteilige Sendereihe des Deutschlandfunks – Gespräche
DLF I-VI vom 1.01. – 07.02.2021

RESIST! – Die Kunst des Widerstands, Ausstellung im Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln – 29. Januar bis 11. Juli 2021

Schwarze Perspektiven Film, 22 min, von Lanre Aranmolate und Andrea Lötscher (Kamera, Regie, Schnitt).
Schwarze Menschen aus Witten sprechen über Rassismus und warum die Black Lives Matter Bewegung erst ein Anfang ist für ein gesellschaftliches Umdenken.
Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ 10.12.2020 https://www.mondrosen.com

Schwarzfahrer 1992, Film, 11:54 min., immer noch sehr aktuell!
In der Straßenbahn sitzt eine ältere Dame neben einer Person of Color – Anlass für sie, ihn mit einer geballten Ladung gängiger Vorurteile gegenüber Geflüchteten zu überschütten. Die umsitzenden Fahrgäste bleiben passiv, ebenso ihr Ziel des rassistischen Übergriffs, das ihre Beschimpfungen unbewegten Gesichts über sich ergehen lässt, bis eine Fahrkartenkontrolle stattfindet und sich das Blatt wendet.
Schwarzfahrer ist ein unterhaltsamer wie nachdenklich stimmender Film zum Thema Alltagsrassismus, der 1994 den „Oscar“ für den besten Kurzfilm erhielt. Die vielschichtige Darstellung eignet sich zum Ausgangspunkt für Diskussionen über Rassismus und Vorurteile. ->>
Bundeszentrale für Politische Bildung