Lokal handeln – Gesellschaftliches Zusammenleben

Gesellschaftliches Zusammenleben

Der Stille zuhören …

Entsprechend den Zielen und Werten von Imbuto e.V. sind alle unsere Aktivitäten darauf ausgerichtet, zu einem friedlichen Zusammenleben beizutragen.
Ob im Globalen Süden oder im Globalen Norden:
Wir sind für aufpassen, zuhören, miteinander teilen, nicht wegschauen, Vertrauen schaffen, wertschätzen, die Rechte aller Menschen anerkennen und fördern. Und jenen eine Stimme geben, die keine haben.
„Die Welt gehört uns allen“ … dies zu respektieren, für Frieden und zu einer gerechten Welt für alle beizutragen, ist unser wichtigstes Ziel. Wie kann man dies in Zeiten der digitalen Kommunikation erreichen? Zum Nachdenken und Handeln hier weiterlesen

Beträge zu einem guten Zusammenleben finden sich unter Flucht und Migration: Ankommen – Geflüchtete im Landkreis Marburg-Biedenkopf | Projekte 2014 -2020

Der Stille zuhören – Auf der Insel Djerba | Village Erriadh – internationales Dorf von Künstler*innen, Tunesien

Ehrenamtskonferenz des Landkreises Marburg-Biedenkopf: Entwicklungszusammenarbeit

Bei der Ehrenamtskonferenz des Landkreises zu „Entwicklungszusammenarbeit“ am 17. September 2019 hat Hildegard Schürings in einem Vortrag ihre beruflichen Erfahrungen in Ländern des Südens mit ca. 60 Teilnehmenden geteilt. Der Vortrag „Vom Süden lernen“ fasste ihre Erfahrungen als Beraterin in vielen Ländern auf dem afrikanischen Kontinent zusammen.
Auch die Projekte, die Imbuto e.V. mit Jugendorganisationen in der Region der Großen Seen und in Europa durchgeführt hat, waren sehr bereichernd. Beim anschließenden Empfang gab es eine sehr angeregte Diskussion.
Hier ausführlich zu den Ergebnissen: Vom Süden lernen

Interkulturelles Begegnungsfest

13. Juli 2019, Kirchhof Lutherische Pfarrkirche Marburg

Wir laden ein: Gemeinsam feiern, leckeres Essen und Getränke, gute Gespräche, tanzen, die schöne entspannte Stimmung genießen … Getragen von etlichen Vereinen und Initiativen in der Region und nicht zuletzt von vielen Gästen und Besucher*innen.

Wo wenn nicht hier?! – Mein Engagement für Gerechtigkeit und Vielfalt

Demokratiekonferenz des Landkreises Marburg-Biedenkopf
11. Dezember 2017 in Biedenkopf

In welcher Gesellschaft will ich leben? Wie kann ich mich einbringen? Was machen andere? Diesen und weiteren Fragen können die Teilnehmenden während der Demokratiekonferenz nachgehen. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf möchte mit dieser Konferenz gesellschaftliches Engagement würdigen und Gelegenheit geben, sich mit anderen darüber auszutauschen, wie das Zusammenleben vor Ort gestalten werden soll. Die Demokratiekonferenz bietet den Raum für Inspiration, Austausch und gemeinsames Weiterdenken.
Auf der Konferenz tauschten sich die Gäste darüber aus, wie wir unser Zusammenleben vor Ort gestalten wollen.

Neben dem bekannten Kinder- und Jugendbuchautor Andreas Steinhöfel (BIDkultur e.V., Biedenkopf) erzählten Hildegard Schürings (Imbuto e.V., Fronhausen) und Kurt Bunke (CAF e.V., Cölbe) über ihre Motivation für ihr Engagement.
Der Abend wurde moderiert von Johannes M. Becker (Friedens- und Konfliktforschung, Universität Marburg) und musikalisch umrahmt von der Jugendband „Die Fremden“.

Es war ein spannender Abend mit ca. 100 Gästen und sehr viel Austausch.

Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? | Gesellschaftliche Teilhabe von zugewanderten Personen | Talente fördern und Zukunft gestalten

Im Rahmen der interkulturellen Wochen des Landkreises, 25. September 2017
Büro für Integration des Landkreises Marburg-Biedenkopf & Imbuto e.V.

Eröffnet wurde der Abend durch Marian Zachow, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises.

Um die aktuelle Situation zu Fragen von „Flucht und Migration“ im internationalen Kontext besser zu verstehen und die Konsequenzen für unsere Gesellschaft zu beleuchten, hat Imbuto e.V. 2017 eine Studie erstellt. Diese wird im Landkreis Marburg-Biedenkopf am 25.09.2017 vorgestellt.

Die Studie Wo kommen wir her … von Imbuto e.V. zeigt viele Facetten von Jahrhunderten langer Migration und Ankommen in einem fremden Land. Die Situation von zugewanderten Personen aus Ländern des Globalen Südens ist durch zahlreiche Faktoren gekennzeichnet. Alle bringen viel „Gepäck“ und ihre Geschichte mit und haben große Hoffnungen, hier eine neue Heimat zu finden. Das Ankommen von Menschen an fremden Orten, ihre Hoffnungen, Hindernisse, sozio-kulturelle Bedingungen und Erfahrungen, die sie mitbringen, werden thematisiert.
Es wird aufgezeigt, wie „Integration“, und damit auch Partizipation, gestaltet werden kann, um zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und damit zu einem guten Leben beizutragen. Es war ein intensiver Gesprächsabend mit erfahrenen und engagierten Teilnehmenden.

Referentin: Hildegard Schürings, Imbuto e.V., arbeitet seit 40 Jahren in afrikanischen Ländern und hat zahlreiche junge Migrant*innen auf dem Weg des Erwachsenwerdens begleitet.

Adamu Mamo Kebede, Poet, geboren in Äthiopien, lebt seit 2014 in Deutschland. Von Beruf ist er Buchhalter, er begann bereits in Äthiopien, Gedichte zu schreiben. Sein Gedicht an diesem Abend:

Was ist Heimat?
Das ist eine gute Frage, aber sie ist schwer zu beantworten.
Heimat bedeutet für mich nicht nur Geographie, sondern Seele und Menschen. …

Was ist Heimat?
Das ist eine gute Frage, aber sie ist schwer zu beantworten.
Heimat bedeutet für mich nicht nur Geographie, sondern Seele und Menschen.
Ich bin heimatlos jetzt, ich habe mich vergessen.
Ich erinnere mich an die Erde, den Himmel, den Mond, die Seen, den Fluss, die Freunde und
Freundinnen, die Brüder und Schwestern und meine liebe Mutter.
Keine Heimat ohne Geschichte, keine Heimat ohne Erinnerung, keine Heimat ohne Leben,
keine Heimat ohne Frieden.
Keine Heimat ohne Zusammenleben mit Mutter, Bruder, Schwester, Freund, Freundin, Nachbar und Nachbarin.
Keine Heimat ohne Erinnerung an die Kindheit.
Keine Heimat ohne Hoffnung.
Ich bin heimatlos, und Heimat bedeutet so viel für mich.
Warum bin ich heimatlos? Warum bin ich Flüchtling? Was war meine Heimat?
Und was ist sie heute?
Keine Heimat ohne Geschichte, keine Heimat ohne Frieden.
Ich bin heimatlos. Niemand soll ohne Heimat sein.
Es ist schwer zu antworten. Meine Heimat hat Menschen, Erde, den Himmel.
In meiner Heimat kommt der Tod bei Tag und bei Nacht.
Ich weine um mich. Ich bin heimatlos.
Ich weine um uns. Wir sind heimatlos.
Ich weine um meine Heimat.
Keine Hoffnung mehr. Keine Geschichte mehr. Keine Väter mehr.
Ich bin heimatlos.
Ich bin hoffnungslos.
Ich bin gefühllos.
Wie heißt das Land ohne Frieden?
Was bedeutet Vaterland?
Was bedeutet Mutterland?
Was bedeutet Heimatland?
Was bedeutet Leben ohne Heimat? Was macht das Geld ohne Heimat?
Warum? Warum? Warum?
Warum nicht heute in meiner Heimat?
Kein Vater und keine Mutter für die Kinder.
Kein Vater für die Väter.
Keine Mutter für die Mütter.
Warum nicht?
Ich weine um mich.
Ich fliege immer in meine Heimat,
aber nur im Traum.
Ich bin einsam.
Die Einsamkeit ist sehr kalt.
Ich schreibe gegen sie an.
Ich schreibe, um zu leben,
aber ich kann nicht viel schreiben.
Heimat bedeutet viel.
Als ich in meiner Heimat war, spielte ich mit dem Himmel.
Meine Heimat ist eine alte Heimat,
sie hat eine lange Geschichte,
aber die Regierung vernichtet alles.
Ich bin der Sohn von Vater „Peteros“.
Vater „Peteros“ ist für mich gestorben,
für meine Heimat, für alle Äthiopier.
Ich bin der Sohn von „Beley Zeleke“.
Ich habe über König Theodoros Geschichte gelernt,
aber es gibt keine Einheit mehr in meinem Mutterland.
Der Himmel meiner Heimat war himmelblau,
aber heute ist der Himmel dunkel.
Die Kinder fragen den Himmel nach einem Stück Brot zum Leben.
Was macht die Regierung?
Das ist eine gute Frage.
Die Regierung arbeitet gegen die Menschen.
Die Regierung verkauft die Heimat.
Kein Frieden in meinem Mutterland.
Ich komme aus Äthiopien.
Ich bin ein Flüchtling.
Ich habe keine Heimat mehr.
Als ich in meiner Heimat war,
habe ich mit Angst gelebt.
Ich vergesse meine Heimat nie,
aber jetzt habe ich keine Heimat mehr.
Ich weiß, meine liebe Mutter vermisst mich.
Meine Seele fragt mich.
Meine Erinnerung fragt mich.
Meine Erfahrung fragt mich.
Meine Heimat fragt mich.
„Wer bist du? Wo kommst Du her?“
„Ich schreibe über Heimat!“
„Und wer bist du jetzt?“
Ich war ich, aber ich bin nicht mehr ich.
Adamu Mamo Kebede 19.01.2016

Moderation: Rainer Flohrschütz, Koordination Asyl und Integration, Büro für Integration, Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Hier zur Studie von Imbuto:

Krieg und Frieden – ein Gespräch zwischen Religionen: Judentum – Christentum – Islam

10. 07.2003, 35112 Bellnhausen – Dorfgemeinschaftshaus
Imbuto e.V. in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung und zahlreichen Vereinen und kirchlichen Gemeinden

Weltweit hat die Zahl der Kriege zugenommen. Dies führt zu unendlichem Leid von Millionen von Menschen. Viele werden brutal ermordet oder müssen aus ihrer Heimat fliehen. Als Gründe für die Kriege werden häufig religiöse, kulturelle oder ethnische Ursachen angenommen. Welche Rolle spielen Religionen bei Konflikten? Welche Perspektiven für Frieden gibt es aus Sicht der drei monotheistischen Religionen?

Auf der Veranstaltung diskutierten Vertreter*innen von drei Religionen über „Krieg und Frieden“.
Mitwirkende: die jüdische Schriftstellerin Petra Kunik, die Evangelische Theologin Sandra Kamutzki, der islamwissenschaftliche Leiter des Instituts für deutsch-türkische Integrationsstudien und interreligiöse Arbeit e.V., Mannheim, Bekir Alboğa.
Moderation: Frau Eren Ünsal

In Kooperation: Arbeitskreis Landsynagoge Roth e.V., Evangelische Kirchengemeinden Fronhausen und Hassenhausen, Evangelische Freikirchliche Gemeinde Hassenhausen, Jüdische Gemeinde Marburg, Katholische Kirchengemeinde Fronhausen-Lohra, KIF – Kultur in Fronhausen

Imbuto e.V. in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung